Zuschauerteilausschluss auf Bewährung für den BVB nach Anti-Hopp-Fahne

Das Sportgericht des Deutschen Fussball Bundes verurteilte den Bundesligisten Borussia Dortmund am heutigen Freitag für ein Vergehen seiner Fans beim vorletzten Auswärtsspiel in Sinsheim. Im September hatten die Ultras von Borussia Dortmund eine größere Blockfahne mit dem Konterfrei Hopps in einem Fadenkreuz in den Gästeblock geschmuggelt und präsentierten diese neben einem »Strafverfahren & Hausverboten wegen beleidigenden Gesängen? Was soll die Scheiße, du Hurensohn!?« Transparent.

Die BVB-Ultras bezogen sich dabei auf Strafanzeigen, die TSG Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp gegenüber Fans von Borussia Dortmund wegen Beleidigung erstattet hatte, die im Vorfeld außerdem mehrere Hausverbote für das Gastspiel in der Rhein-Neckar-Arena hinnehmen mussten. Bereits bei den vorherigen Aufeinandertreffen sparten die Schwarzgelben nicht mit kritischen Botschaften in Richtung Hopp, der aus dem kleinen Dorfklub einen modernen Bundesligisten machte und aufgrund dieser rasanten Entwicklung, die ohne entsprechende finanzielle Mittel nicht möglich gewesen wäre, bei vielen Fußballfans in der Kritik steht.

Beim DFB steht Dietmar Hopp nicht in der Kritik und wird von Verbandsseite aus geschützt und in der heutigen Urteilsverkündung gar als »verdiente Persönlichkeit des deutschen Fußballs« bezeichnet wurde. Borussia Dortmund wurde für die deutliche und sicherlich provokante Kritik seiner Fans zu einem Zuschauerteilausschluss für drei Auswärtsspiele bei der TSG Hoffenheim in Sinsheim bestraft. Ausgesetzt wurde die Strafe zur Bewährung bis 2022 und verpflichtet den BVB dazu, bei den kommenden drei Gastspielen im Kraichgau mindestens 50 qualifizierte Ordner aus den eigenen Reihen einzusetzen. Mit in das Urteil eingeflossen sind neben der unmissverständlichen Fahne gegenüber Dietmar Hopp auch drei weitere Transparente und Beschädigungen des Sanitärbereichs in der Rhein-Neckar-Arena. Die überschaubare ultràorientierte Fanszene der TSG Hoffenheim zeigte bei der Begegnung im September übrigens keine Solidarität mit den Gästefans. Zwar dürfte dies aufgrund der Rivalität verständlicherweise schwer fallen – nichtsdestotrotz wäre es gerade in Anbetracht der zuvor von der »Südtribüne Dortmund« veröffentlichten Stellungnahme zu den willkürlichen Hausverboten ein Zeichen von Größe gewesen, den eigenen Klub-Boss zu kritisieren.

Foto: Südtribüne-Dortmund.de | Kurvennews am 02.11.2018

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