»Wow, geil, danke« Banner & Hansa-Fans gegen politische Bands im Ostseestadion

Eine Woche nach dem überraschenden 2:0 Pokalsieg gegen den VfB Stuttgart (Beitrag und Fotos hier), bedankten sich die Ultras des FC Hansa Rostock am heutigen Samstag bei ihrer Mannschaft. So war zu Beginn des Drittliga-Spiels gegen die Würzburger Kickers auf der Südtribübe ein Banner mit der Aufschrift »Wow, geil, danke« zu sehen, das mit Abbildungen einer Pokaltrophäe und einem DFB-Logo versehen wurde. Letzteres wurde mit einem Hammer erschlagen, was sinnbildlich für die deutliche Kritik zahlreicher Fanszenen am Deutschen Fußball Bund steht.

Später wurde am Rande der Südtribüne ein Transparent mit der Aufschrift »Gegen politische Bands im Ostseestadion« zu sehen. Es kann nur gemutmaßt werden, dass sich dieses auf die antirassistisch und klar linkspolitisch positionierte Punkband »Feine Sahne Fischfilet« bezieht, die sich einer großen Beliebtheit bei überwiegend politisch gleichgesinnten Ultras und Fußballfans in ganz Deutschland erfreut. So sollen einzelne Mitglieder der aus Mecklenburg-Vorpommern stammenden Band früher der Fanszene von Hansa Rostock und der Frontsänger gar der Ultràgruppe »Suptras Rostock« angehört haben, diese nach Jahren allerdings wieder verlassen haben. Bis heute finden sich immer wieder Passagen mit Bezug auf Hansa Rostock und dessen Fanszene in den Liedern von »Feine Sahne Fischfilet«, die größtenteils eigene Erfahrungen beinhalten und anerkennend formuliert sind, mitunter aber auch kritische Töne an den Strukturen innerhalb der Fanszene aufweisen.

Immer wieder wird der Fanszene von Hansa Rostock vorgeworfen, dass man einige Nazis in den eigenen Reihen habe und eine rechte Gesinnung tolerieren würde. Allerdings verkennen zugleich auch viele Beobachter in ihrem festgefahrenen Schwarz-Weiß-Denken, dass man sich nicht zwangsläufig als politisch links-orientierter Haufen präsentieren muss, wenn man intern klare Kante gegen rechte Umtriebe zeigt bzw. Politik beim Fußball einfach nur gänzlich aus dem Spiel halten möchte. Gerade die »Suptras Rostock« bezogen diesbezüglich schon vor Jahren Stellung und positionierten sich entschieden gegen rechte und auch linke Politik im Stadion. Dies sei mit Hansa Rostock nicht zu vereinbaren, weshalb diverse Versuche Politik aktiv in die Kurve einzubringen nicht folgenlos bleiben würden.

Das heutige Spiel gegen den FC Kickers Würzburg verlor der FCH deutlich mit 0:4 vor 12.300 Zuschauern. Aus Würzburg reisten rund 40 Anhänger an, die trotz des klaren Auswärtssieges ihrer Rothosen im Ostseestadion nicht weiter aufgefallen sein sollen.

Foto: Marv_hro | Kurvennews am 25.08.2018

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