Wohnungsdurchsuchungen bei Hooligans von Energie Cottbus

Seit einigen Monaten ermittelt das Landeskriminalamt Brandenburg unter Führung der Staatsanwaltschaft Cottbus gegen mutmaßliche rechtsextreme Fans und Hooligans rund um den FC Energie Cottbus. Nun kam es am heutigen frühen Mittwochmorgen zu Durchsuchen von insgesamt 30 Räumlichkeiten in Cottbus, Spremberg, weiteren Orten in Brandenburg, aber auch in Berlin, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern, in denen die beschuldigten Personen gemeldet sind oder Gewerberäumlichkeiten betreiben.

Vorgeworfen werden den sportlichen Energie-Fans die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Bedrohung, illegaler Waffenbesitz und Steuerhinterziehung. Wie die »Lausitzer Rundschau«, der »Tagesspiegel« und der »RBB« weiter berichten sollen sich die Ermittlungen vorwiegend auf den Dunstkreis rund um das »Inferno Cottbus« konzentrieren, denen vorgeworfen wird nach der nach außen hin propagierten Auflösung der Gruppe durch Einschüchterungen und weitere strafrechtliche Verhaltensweisen aufgefallen zu sein. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg mutmaßte gar, dass die neue lange Zaunfahne auf der Nordwand des Stadion der Freundschaft ein Zeichen des nach wie vor bestehenden Machtanspruches des »IC99« sei (Beitrag dazu hier), was Fans von Energie Cottbus kurz darauf auf die Schippe nahmen (Beitrag dazu hier).

Die sportliche Fraktion des FCE genießt seit Monaten einen regen Zulauf von jungen motivierten Energie-Fans, die aus ihrem sportlichen Interesse keinen großen Hehl machen. An und für sich auch keineswegs verwerflich, scheint die von der sportlichen Fraktion selbst ausgehende und ausgeprägtere Präsenz nun jedoch zum Verhängnis geworden zu sein. Auch muss bei all dem die politische Komponente und teils nicht zu verleugnende rechtsextreme Schiene mit einbezogen werden, die zentraler Bestandteil der Ermittlungen und Grund für die heutige großangelegte Razzia gegen rund 20 Personen gewesen ist.

Durchgeführt wurden die Durchsuchungen von Polizeibeamten und Spezialeinsatzkräften in den frühen Morgenstunden in insgesamt vier Bundesländern und unfasste nicht nur Wohnungen der beschuldigten Personen sondern auch Geschäftsräume wie beispielsweise ein Klamottenladen in der Cottbuser Innenstadt. Zu dem Einsatz und ggf. vorläufigen Ergebnissen der Razzia möchte die Polizei morgen ausführlich informieren.

Beim vergangenen Auswärtsspiel in Jena zeigten Cottbuser Hools noch Präsenz mit Zaunfahnen.

Fotos: Lichtpunkt Fotografie & Cottbuser Fanszene | Kurvennews am 10.04.2019


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