»Wir sind Sechzig München« Choreografie in Münster«

Per eigens von den »Münchner Löwen« organisierten Sonderzug reisten die Fans des TSV 1860 München am Samstag nach Münster. Dort trafen die Löwen erstmals seit der Saison 1963/64 wieder auf den SC Preußen Münster, der sich seinerseits über ein volles Preußenstadion freuen durfte. Dieses war mit 12.532 Zuschauern fast ausverkauft, unter denen sich auch knapp 2.000 Gästefans befanden.

Diese läuteten die Drittliga-Begegnung im Münsterland mit einer großen, gelungenen Blockfahne ein, auf der detailreich verschiedene Charaktere der Fanszene von Sechzig München abgebildet waren. Neben einer Kutte im klassischen Schnauzbart waren auf der Blockfahne unter anderem ein normaler Supporter, ein Ultrà mit Fackel und Megafon sowie ein vermummter Hooligan mit bandagierten Händen zu sehen. Untermalt wurde die Einlage von schwarzem Rauch, der unter der Blockfahne hervor zog, jedoch nicht auf das Konto der Ultràszene von Sechzig München gehen soll. Stattdessen soll es aufgrund des unkontrollierten Umgangs durch Kuttenfans kurzzeitig Stress in der Gästekurve gegeben haben und die »Münchner Löwen« ihrer Verantwortung nachgekommen sein. Die im Ultrà-Dachverband integrierte Gruppe »Leonum 1860« begrüße darüber hinaus wieder einen ehemaligen Stadionverbotler im Stadion und zeigte hierfür ein Spruchband mit der Aufschrift »Lang genug haben sich an Spieltagen die Nutten gebückt – jetzt bist du endlich in der Kurve zurück!« Die Gruppe »Münchner Freiheit 1860« hielt unterdessen mit einem Spruchband für einen vor zehn Jahren verstorbenen Mitbegründer der Ultràgruppe »Ingrifati«  des AC Perugia inne. Beide Gruppen pflegen seit mehreren Jahren freundschaftliche Kontakte zueinander.

Das gesamte Spiel über soll eine durchwachsene Stimmung im Preußenstadion geherrscht haben, in dem die Fiffi-Gerritzen-Kurve weiterhin schwieg. Die Münsteraner Ultràszene stellte als Konsequenz zur Mitgliederentscheidung hinsichtlich einer Ausgliederung der Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft alle Aktivitäten ein und verfolgt die Spiele ihres SC Preußen Münster seitdem schweigend in der Kurve. Rund um das Stadion hielt sich die Freude über das volle Preußenstadion noch in Grenzen, was mit einem »1000x diskutiert – 1000x nix renoviert! 1963 – 20XX? 50 Jahre Sanierungsstau – kein Grund zum Feiern!« Transparent verdeutlicht wurde. Seit einigen Monaten intensiviert der Drittligist seine Bemühungen für ein neues Stadion, das jedoch nicht innerhalb der Universitätsstadt Münster sondern weit außerhalb gebaut werden soll. Da die Stadt das Vorhaben nur bedingt unterstützte, prüfte der SC Preußen verschiedene Standorte außerhalb und fokussierte sich hierbei auf einen Standort in Bösensell in der Gemeinde Senden. Dass der Standort rund 15 Kilometer vor den Toren der Stadt liegt, machte der Vereinsführung trotz Proteste aus der aktiven Fanszene nichts aus. Nun kam die ernüchternde und für die Ultras vorerst erfreuliche Nachricht. Nach über einem Jahr der intensivieren Planungen entschied ein Landwirt nun, seine landwirtschaftlichen Flächen in Bösensell nicht für einen Arena-Neubau freizugeben.

Fotos: muenchnerloewen.de, klein-muffi.de | Kurvennews am 06.11.2018

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