Unverhältnismäßiger Polizeieinsatz gegenüber Alemannia Aachen Fans

Rund 250 Fans von Alemannia Aachen machten sich am vergangenen Wochenende auf in den Ruhrpott, wo man bei der SG Wattenscheid 09 im Lohrheidestadion gastierte. Aus den Berichten der Ultràgruppen »Yellow Connection« und »Karlsbande« geht hervor, dass man für das Spiel keine allzu große Motivation aufbringen konnte, aber dennoch vor Ort war und hoffte die bisher schlechte Bilanz in Wattenscheid an diesem Samstag ausbessern zu können. Überrascht wurde die »Karlsbande« in Wattenscheid von einer 20 köpfigen Abordnung von Roda Kerkrade, bei der man noch am Vorabend zu Besuch gewesen ist.

Unabhängig voneinander sollen die Ultràgruppen etwas zeitverzögert das Stadion betreten haben, in dem man plante ebenso wie zahlreiche andere Fanszenen für 45 Minuten zu Schweigen. Der eine Halbzeit andauernde Stimmungsboykott galt als Protestzeichen gegen Montagsspiele und sonstige fanunfreundliche Anstoßzeiten, was die Alemannia-Fans mit einem Transparent unterstreichen wollten. Dieses wurde um große Diskussionen zu umgehen fix durch den Zaun gereicht, was offenbar übermotivierte Ordner auf den Plan rief, woraufhin sich Rangeleien im Einlassbereich entwickelten. Die Ultras sollen hierbei die Initiative ergriffen und das Gespräch mit dem Sicherheitsbeauftragten gesucht haben, der die Transparente kurzerhand genehmigte, weshalb diese an sich kein größeres Problem mehr darstellen sollten und nach ein paar Minuten Ruhe einkehrte. Nichtsdestotrotz schien die ohnehin äußerst aggressiv aufgetretene Polizei ein großes Problem damit gehabt zu haben und so soll es zu einem völlig unverhältnismäßigen Einsatz gegenüber den Gästefans gekommen sein. Hierzu berichtet die »Yellow Connection« unter anderem von einer Einkesselung der Fans, die durch Schlagstöcken der Polizei zum Teil übel zugerichtet wurden. »Zusätzlich wurde Pfefferspray in die Menschenmenge gesprüht, sogar ein Kind wurde Opfer des Reizmittels« und darüber hinaus soll die Situation einer Massenpanik geglichen haben.

In Folge des Polizeieinsatzes wurden die Ultras von Alemannia Aachen des Stadions verwiesen und mehrere weitere ATSV-Fans solidarisierten sich mit der kurzerhand ausgesperrten Ultràszene. Die Bilanz des Einsatzes beschreibt die »Yellow Connection« mit den Worten »etliche Reizungen durch Pfefferspray, Hämatome durch den Einsatz der Schlagstöcke und andere Verletzungen«, während die »Karlsbande« insbesondere die anschließende Berichterstattung der Medien kritisiert. So sollen fast Eins zu Eins die Polizeiberichte übernommen und von randalierenden Fans die Rede gewesen sein, anstatt sich um entsprechende Recherchen zu bemühen. Am Ende des Tages wurden die Gruppen aus dem Ruhrpott in Richtung Aachen begleitet und verfolgten dort das Spiel per Liveticker in einer heimischen Lokalität. Die Fans der SG Wattenscheid 09 schwiegen indes die erste Halbzeit lang im eigenen Stadion und verfolgten einen 1:0 Heimsieg ihrer Elf.

Fotos: Yellow Connection | Kurvennews am 06.12.2018

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