Ultras Gelsenkirchen starten Petition gegen Videobeweis

Spätestens seit dem Wembley-Tor im Finale der Weltmeisterschaft 1966 sehnen sich tausende, wenn nicht sogar Millionen von deutschen Fußballfans nach einer Möglichkeit, mit der strittige Situationen richtig entschieden werden können. Vor allem in den letzten Jahren gab es einen solchen Drang auch bei den Vereinen, die in einem durchkommerzialisierten und finanziell aufgeblähten Fußball bei einer Fehlentscheidung zugunsten des Gegners viel zu verlieren haben.

Die Verbände rüsteten deshalb auf, prüften eine Torlinientechnik und setzen in gewissen Wettbewerben Torrichter ein, die strittige Situationen im Strafraum mitentscheiden sollen. Hinzu kam in der vergangenen Saison der Videobeweis, der über Videoassistenten in das laufende Spiel eingreift. Was in der Theorie durchaus interessant und vielversprechend klang, entpuppte sich in der Praxis als Katastrophe. Lange Spielunterbrechungen und verzögerte Entscheidung, die schlussendlich nicht wirklich zu mehr Fairness führten. Darüber hinaus raubt das Eingreifen einiges an Emotionen von den Rängen und schaffte mitunter eine künstliche Atmosphäre. So beispielsweise beim Montagsspiel zwischen dem 1.FSV Mainz 05 und dem SC Freiburg, als beide Mannschaften bereits zur Halbzeitpause in der Kabine waren und der Schiedsrichter alle Spieler noch einmal aufs Feld pfiff, um einen Elfmeter nachschießen zu lassen. Zwar wurde der Elfmeter versenkt – fast alle Zuschauer dürften diese Form des Videobeweises in diesem Moment jedoch als absolute Absurdität abgetan und sich zweimal überlegt haben, ob sie nun jubeln oder die Szenerie besser auspfeiffen sollen (Beitrag dazu hier). Andere äußerst umstrittene Situationen gab es überdies bei der vergangenen Weltmeisterschaft in Russland, als bei klaren Fouls nicht eingegriffen wurde und den Serben im Gruppenspiel gegen die Schweiz beispielsweise so ein eindeutiger Elfmeter verwehrt wurde.

Gerade diese mitunter fehlende Gerechtigkeit ist neben den häufigen Spielunterbrechungen und der dadurch geraubten Emotionen einer der Hauptgründe, weshalb die »Ultras Gelsenkirchen« nun eine Online-Petition starteten. Mit dieser setzen sich die Schalker Ultras unter dem Motto »Fußball spielen statt diskutieren« für eine Abschaffung des Videobeweises ein, was auf der entsprechenden Seite auf der Plattform openpetition.de noch einmal detailliert nachgelesen werden kann. Unterschrieben werden kann die für alle Fußballfans geltende Online-Petition hier (klicken).

Fotos: Susanne BlondundBlau, Ultras Gelsenkirchen | Kurvennews am 11.10.2018

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