UEFA beschließt dritten europäischen Klubwettbewerb

Vor wenigen Tagen beschloss die UEFA einen neuen europäischen Klubwettbewerb, der insbesondere kleinere und in der UEFA-Fünfjahreswertung weiter hinter liegende Verbände freuen dürfte. So wurde nun das offiziell gemacht, worüber in den vergangenen Wochen immer wieder Gerüchte aufkamen und wofür weniger erfolgreichere Verbände schon seit Langem pochten.

Mit der »Europa League 2«, die lediglich für die Zeit der endgültigen Planung so heißen dürfte, geht ab der Saison 2021/22 ein weiterer Klubwettbewerb in Europa an den Start, der parallel zur Champions League und Europa League ausgespielt wird. Entgegen dieser beiden Wettbewerbe versteht sich die »Europa League 2« nicht als Der Wettbewerb der europäischen Spitzenklubs, sondern als Pokal, der unter den erweiterten guten Klubs bzw. Spitzenklubs kleinerer Länder. Damit ging die UEFA vor allem einen Schritt auf aktuell nicht allzu weit oben gelistete nationale Verbände und allgemein kleinere Verbände ein, so dass sich beispielsweise vermehrt Vereine aus Tschechien, Österreich, Niederlande, Kroatien, Polen oder Schweden auf eine Teilnahme freuen dürfen.

Mit dem Beschluss der neuen »Europa League 2« mit 32 Mannschaften wurde zugleich die Größe der Europa League von 48 Mannschaften auf 32 Teilnehmer gesenkt, so dass ab der Saison 2021/22 je 32 Mannschaften in allen drei Wettbewerben antreten werden. An der Qualifikation zum neuen Klubwettbewerb beteiligen sich in der ersten Runde insgesamt 138 Mannschaften. In der Qualifikation zur Champions League bzw. Europa League gescheiterte Mannschaften rutschen automatisch in die zweite Qualifikationsrunde hinein, zu denen sich später noch einmal ausgeschiedene Teams der Europa League gesellen werden.

Assoziationen kommen bei dem dritten europäischen Klubwettbewerb automatisch mit dem einstigen UEFA Intertoto-Cup auf. Der umgangssprachlich nur UI-Cup genannte Pokal wies einen etwas anderen Modus auf und wurde in der Saison 2008/09 ein letztes Mal ausgetragen. Entgegen eines vollständigen bis zum schlussendlichen Gewinner ausgetragenen Pokalwettbewerbs, qualifizierten sich damals alle Vereine für den mit der Europa League vergleichbaren UEFA-Cup, die im UI-Cup über die dritte Runde hinaus kamen. Mit dabei waren unter anderem deutsche Klubs wie der Hamburger SV, 1.FC Kaiserslautern, MSV Duisburg, Hansa Rostock oder auch der Karlsruher SC. Vereine – die sich heute noch gerne an die früheren Zeiten auf internationalem Parkett erinnern dürften.

Diverse Vorwürfe, die UEFA würde mit einem weiteren Wettbewerb lediglich die Kommerzialisierungsschraube weiterdrehen, gilt es unserer Auffassung nach mit Vorsicht zu genießen. Es ist selbstredend, dass hohe Gelder durch einen dritten Europapokal eingespielt werden und auch bewegt man sich mit dutzenden Champions League-, Europa League-, Qualifikations und Nations League-Spielen bereits an einer völligen Übersättigung des König Fußballs. Nichtsdestotrotz sind es Jahr für Jahr dutzende Fanszenen, die ihre Teams für eine Europapokal-Qualifikation anspornen und endlich wieder nach bzw. erstmals ihren Verein ins europäische Ausland begleiten möchten. Auch kann hier durchaus die Rede von einem fairen Move für kleinere Verbände gesprochen werden, die bislang gar keine oder nur kaum eine Chance auf eine Qualifikation zur Europa League besaßen und die nun eine größere Chance mit der Installierung der »Europa League 2« erhalten. Dass es die Machenschaften der UEFA jedoch nach wie vor genauestens, detailliert und kritisch zu beäugeln gilt, steht dennoch außer Frage.

Foto: eintracht-online.net | Kurvennews am 04.12.2018

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