[Südamerika] Finale der Copa Libertadores nach Angriff auf Mannschaftsbus abgesagt

Eigentlich sollte es gestern Abend um 21 Uhr deutscher Zeit das entscheidende Rückspiel im Finale der Copa Libertadores stattfinden. Der mit der europäischen Champions League vergleichbare Vereinswettbewerb gilt als der Wichtigste in ganz Südamerika, weshalb Millionen Fußballfans ins El Monumental nach Buenos Aires blickten. Nachdem das Final-Hinspiel zwischen den Erzrivalen und größten argentinischen Klubs Boca Juniors und River Plate vor zwei Wochen mit 2:2 endete, stand gestern das alles entscheidende Rückspiel im Stadion von River Plate an.

Da keine Gästefans mehr zugelassen sind, versuchten die Fans von Boca Juniors ihr Team entsprechend beim Abschlusstraining zu motivieren, was hinsichtlich beeindruckender Bilder und lautstarker Gesänge im »La Bombonera« auch bestens gelang. In das Stadion strömten zum Abschlusstraining vor dem großen Superclásico weit über 50.000 Fans, für die das Stadion eigentlich nur zugelassen ist.

Am gestrigen Finalspieltag waren es aufgrund des Verbotes dann ausschließlich Fans von River Plate, dem lokalen, ewigen und größten Rivalen der Boca Juniors, die rund um das heimische Estadio Monumental Antonio Vespucio Liberti, kurz El Monumental, zugegen waren. Als der Mannschaftsbus der Boca Juniors das weite Rund ansteuerte, kam es außerhalb des Stadions zu etlichen Steinwürfen auf das Fahrzeug, durch die sich einzelne Boca-Profis im Inneren des Busses verletzt haben sollen. Einer der Profis wurde wegen im Auge vermuteten Glassplittern in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei ging mit Pfefferspray dazwischen und versuchte die River Plate Fans zurückzudrängen. Dabei zog offenbar auch einiges an Pfefferspray durch die zersplitterten Scheiben in den Mannschaftsbus, was zu Reizungen bei den Spielern der Boca Juniors sorgte. Als diese den Bus bei Ankunft am Stadion verließen, schienen die Spieler sichtlich geschockt und klagten zum Teil stark hustend und mit tränenden Augen über die Umstände. Aufgrund der chaotischen Lage und den Verwundungen weigerte sich die Mannschaft von Boca gar das Finale zu spielen, weshalb es zu einem spontan einberufenen Krisentreffen zwischen Vertretern der Vereine und des Verbandes CONMEBOL kam.

In dieses schaltete sich auch die FIFA um Präsident Gianni Infantino ein. Der Funktionär, dem aktuell diverse korrupte Machtspielereien innerhalb des Fußball-Weltverbandes vorgeworfen werden, soll Boca Juniors bei einer Weigerung gedroht haben das Spiel gegen sie werten zu lassen, obwohl selbst der rivalisierende Finalist und Gastgeber River Plate für eine Absage plädierte. So wurde das Spiel zunächst um eine Stunde nach hinten verschoben, in der Hoffnung dass sich die chaotische Lage beruhigen würde. Dem war allerdings nicht so und mittlerweile sollen sich beide Mannschaften geweigert haben das Finale auszutragen. Nach einem weiteren Aufschub am gestrigen Abend wurde letztlich die Absage und eine Verlegung auf den heutigen Sonntagabend bekannt gegeben. Aufgrund der Absage kam es beim Verlassen der zahlreichen anwesenden Zuschauer erneut zu Tumulten mit der Polizei.

Foto: youtube.com | Kurvennews am 25.11.2018

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