Stimmungsboykott bei Holstein Kiel nach Umverteilung der DFB-Strafe

Ende September 2017 stürmten rund 30 Fans von Holstein Kiel in Richtung des Gästeblocks, in dem sich eine halbe Stunde vor Anpfiff der brisanten Zweitligapartie bereits einige Anhänger des FC St. Pauli eingefunden hatten. Brisant war das Aufeinandertreffen vor allem aufgrund eines Überfalls, der sich wenige Tage zuvor in der Nacht des KSV-Auswärtsspiels in Aue ereignete. Damals wurden Ultras der Gruppen »Supside« und »MariTeam« von mutmaßlichen Sankt-Pauli-Fans angegriffen und um mehrere Materialien beraubt.

Der Deutsche-Fußball-Bund bestrafte Holstein Kiel deshalb mit einer Geldstrafe in Höhe von 34.000 Euro, die der Verein nun auf fünf ermittelte Fans umlegen möchte. So geht aus einem von der »Fanszene Kiel« verfassten Schreiben hervor, dass sich der KSV bei fünf Mitgliedern der Fanszene gemeldet habe und jeweils 34.000 Euro innerhalb einer Frist von 14 Tage verlange. Die »Fanszene Kiel« kritisert hierbei, dass »Existenzen kaputt gehen, sollte der Verein darauf bestehen, dass diese gezahlt werden«. Außerdem werden fehlendes Fingerspitzengefühl bemängelt und kritisiert, dass der Verein gerne mit seinen Fans werbe, gleichzeitig aber »den Fans ein Messer in den Rücken rammt« wenn es zu Verstößen kommt.

Die aktive Fanszene – die nach der Auflösung der »Sektion Spielsucht« und dem Rückzug von »Supside« und »MariTeam« unter dem Namen »Fanszene Kiel« agiert, möchte das Abwälzen der Strafen auf die eigenen Mitglieder nicht akzeptieren. Um diesbezüglich ein deutliches Zeichen zu setzen, werden die Fans und Ultras der Kieler Sportvereinigung beim kommenden Heimspiel für 45 Minuten schweigen, für das man am Montagabend den 1.FC Nürnberg im Holstein-Stadion empfängt.

Fotos: calcio-culinaria.de | Kurvennews am 20.04.2018

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