[Serbien] Gedenken an im Kampf verstorbenen Fan, reichlich Pyro & Schlägerei beim 158. Belgrader Derby

Mit Partizan und Roter Stern trafen am Sonntag die beiden einflussreichsten serbischen Klubs im 158. Belgrader Derby aufeinander. Das večiti derbi, zu deutsch: das ewige Derby, gilt als das brisanteste Spiel in der gesamten Saison und ist für beide Fanlager ganz oben in der Prioritätenliste verankert. Auch unabhängig der Begegnungen im Stadion wird das Derby ausgelebt und so kommt es regelmäßig zu Auseinandersetzungen zwischen Ultras beider Vereine. Dies bewies ein tragischer Vorfall Mitte September, als es zu einem wohl abgemachten Kampf zwischen Vertretern der »Delije« und »Grobari« in der bosnischen, aber nach wie vor sehr serbisch geprägten grenznahen Stadt Bijeljina kam.

Wohl aufgrund des Übermalens eines Graffitis soll es zu dem Schlagabtausch von rund 20 Personen auf einem Hotel-Parkplatz gekommen sein, bei dem auch Waffen eingesetzt wurden. Einen traurigen Höhepunkt fand der blutige Kampf mit dem Tod des 30 Jahre alten Aleksandar Pantic, der dem Lager der »Grobari« des FK Partizan angehörte. Für gewisse mediale Aufmerksamkeit sorgte der Tod unter anderem aufgrund eines Verwandschaftsverhältnisses des verstorbenen Pantic’ zu einem Abgeordneten der rechtskonservativen Serbischen Fortschrittspartei. Zum Gedenken an den Verstorbenen wurde Aleksandar Pantic eine große Blockfahne und ein langes Banner im Bereich der »Grobari« gewidmet, wobei es zu Klatscheinlagen mit »Sale Pantic« in Anlehnung an seinen Spitznamen Rufen kam.

Das gesamte Spiel über kam es darüber hinaus auf beiden Seiten zum mehrfachen Abbrennen von Pyrotechnik, was für gelungene Bilder im von Flutlicht beleuchteten, mit 22.500 Zuschauern gefüllten Stadion Partizana, sorgte. Außerdem erwiesen sich sowohl die beiden Partizan-Kurven, als auch die Gästekurve mit den Fans von Roter Stern als sehr stimmgewaltig und versuchten ihre Teams nach vorne zu peitschen. Am Ende trennten sich diese mit einem 1:1 Unentschieden voneinander, was an der Tabellensituation der serbischen Superliga nichts änderte. Nach dem Abpfiff kam es auf der Laufbahn vor der Gästekurve noch zu kurzen, aber intensiven Tumulten, bei denen auch einzelne Hooligans von Spartak Moskau mitgemischt haben. So fanden sich wenige mit »Delije« befreundete Fans von Spartak in der serbischen Hauptstadt ein, obwohl diese am gleichen Tag im großen Derby bei CSKA Moskau antraten. Ein Russe soll nach dem Spiel einen Spieler von Roter Stern Belgrad um einem Trikot gefragt haben, was einem serbischen Fan offenbar nicht passte und es daraufhin zu einem kurzen Schlagabtausch im Innenraum kam. Unmittelbar daneben stehende Polizei und Ordner griffen dabei nicht ein und ließen die im Eigentlichen befreundeten Fans gewähren.

Fotos: dieser_littmann – gbc-blogger.blogspot.com | Kurvennews am 25.09.2018

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