[Schweiz] Muttenzerkurve mit Boykott & St. Gallen brennt Feuerwerk ab

»Ein weiterer Schritt in die falsche Richtung – es ist zum davon laufen«. So lautete eine ins Hochdeutsche übersetzte, eindeutige, Botschaft der Muttenzerkurve am Samstagabend im St. Jakob-Park. In diesem empfing der FC Basel den FC St. Gallen, was die aktiven Basler Fans für Proteste gegen jüngste Engagements ihres Klubs nutzten und diesen mit einem 45 minütigen Boykott Ausdruck verliehen. So prangten lediglich jene Worte in der Muttenzerkurve, die vor dem Spiel noch ansehnlich gefüllt war, sich mit dem Anstoß der Partie jedoch schlagartig leerte und in den darauffolgenden 45 Minuten deshalb lediglich die Betontraversen der Basler Fankurve zu sehen waren.

Hintergrund der Proteste sind Entwicklungen im Verein, die den aktiven FC Basel-Fans aufgrund der Entfremdung zum Volkssport Fußball sehr missfallen. Zum einen das zunehmende Engagement des FC Basel im Bereich e-sports, dem die Muttenzerkurve bereits mit einem eindrucksvollen Protest sinnbildlich den Stecker zog (Beitrag dazu hier). Hinzu kam nun das Bekanntwerden von Investitionen des FC Basel beim indischen Verein Chennai City FC, der von den Rot-Blauen rund 1 Millionen Schweizer Franken erhalten soll. Im Gegenzug soll der FC Basel von dem Ausbau der Nachwuchsabteilung in Indien und ganz konkret von Vorkaufsrechten bezüglich jungen Talenten in der indischen 7-Millionen-Metropole Chennai profitieren. Die Ultras des FC Basel quittierten die aktuellen, durchaus umstrittenen, Entwicklungen unter anderem mit Transparenten wie »Keine Frage von der Rendite – eine Frage des Standpunkts«, »Unsere Gesänge für die Elf auf dem Rasen – nicht für die Chefetage« oder »Es ist höchste Zeit für eine Debatte über die Zukunft des FCB«.

Nach der Pause kehrten die in der ersten Halbzeit auf der Plattform vor dem St. Jakob-Park verweilenden FCB-Fans wieder zurück in ihre Kurve und zündeten in dieser mehrere Bengalische Fackeln hinter einem »Mir sin für immer Rotblau« Banner. Der Gästeblock war dem Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen der Heimseite bereits um eine ganze Halbzeit voraus. So brannte es fast durchgehend im Sektor der FC St. Gallen-Fans, die diesen unter anderem mit Fahnenfetzen und dem Gründungsdatum ihres Vereins schmückten. Außerdem wurde neben Stroboskopen und Fackeln auch ein Feuerwerk gezündet, weshalb die Super-League-Partie für einen kurzen Augenblick unterbrochen wurde. Angeheizt vom guten Support im Gästeblock gingen die Espen in der 86. Minute mit 1:0 in Führung. In der Nachspielzeit schafften es die Gastgeber vor 27.543 Zuschauern zum 1:1 auszugleichen.

Fotos: Rotblau App, Jonas Andresen, Marco Baenziger | Kurvennews am 11.02.2019


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