Rocky Balboa Choreografie & Ackermatch bei Aachen gegen Essen

Mit dem Duell zwischen der Aachener Alemannia und Rot-Weiss Essen fand am vergangenen Samstag eine der aus Kurvensicht interessantesten Begegnungen der laufenden Regionalliga-West-Saison statt. Für diese bereitete die »Karlsbande« eine große Choreografie vor, die den Protagonisten aus dem Film Rocky Balboa, also Rocky selbst, und ein Zitat von ihm in den Mittelpunkt rückte. »Es kommt nur darauf an wie oft man einsteckt und trotzdem weitermacht« hieß es passend aus einer Filmszene auf einem Banner unterhalb der Blockfahne, auf die der Boxer inmitten des Aachener Stadtwappens und des Alemannia-Aachen-Logos gepinselt wurde.

Die Fanszene von Rot-Weiss Essen betrat den Aachener Tivoli mit ein paar Minuten Verspätung, in denen die Alemannia bereits mit 1:0 in Führung gegangen war. Wirklich fokussiert auf das Spiel schienen die Fans und Ultras von RWE zunächst jedoch nicht gewesen sein, was sich auch in einem fehlenden Support aus dem Gästeblock bemerkbar gemacht haben soll. Auch optisch war kaum etwas aus dem Gästebereich zu vernehmen, in dem die wenigen Zaunfahnen verkehrt herum aufgehangen wurden und ein »ACAB«-Fetzen am Zaun befestigt wurde.

Die Heimseite sendete während des Spiels nicht nur akustische Botschaften in Form von üblichen Gesängen in Richtung RWE-Fans, sondern nahmen mit einem »« Spruchband auch Bezug auf große Aufstiegsambitionen an der Hafenstraße. Diese sollen nach dem so gut wie gescheiterten »Essen hoch 3«-Plan nun mit einem strategischen Partner realisiert werden, der offenbar schon gefunden wurde. Zwar verdeutlichte der Präsident von Rot-Weiss Essen dass bei diesem Vorhaben keine Ausgliederung nötig sei und man den ohne Zeitdruck ein Konzept erarbeiten wolle, mit dem sich der Deutsche Meister von 1955 nicht verbiegen müsse und dennoch zielstrebig in Richtung Profifußball marschieren könne. Die Aachener Ultras der »Yellow Connection« dazu in Richtung Essen: »Man muss keine Anteile verkaufen um seine Seele zu verlieren!« Noch vor rund zwei Jahren waren Investoren auch bei Alemannia Aachen ein großes Thema gewesen, gegen die sich die Ultràszene massiv wehrte und den Aachener Turn- und Sportverein somit erhalten konnte. Im Anschluss daran nahm die »Yellow Connection« dann ihren Bildungsauftrag gegenüber der Essener Ultràszene wahr und stellte den Gästen die Schulnote »Hurensöhne« für ein Transparent aus dem Hinspiel aus. »[…] denn wenn schon der große Platzhirsch über eine ausgeprägte Lese-Rechtschreib-Schwäche verfügt, wie ist es dann um den Rest bestellt«, so die Alemannia-Ultras im Nachhinein fragend.

Am Ende gewannen die Gastgeber mit 2:0 vor 9.000 Zuschauern, von denen sich die aktive Essener Fanszene unter den insgesamt rund 700 Gästefans nach Stress mit der Polizei aus dem Stadion verabschiedete. Im Gästebereich kam es während des Spiels immer wieder zu kurzen Rangeleien, die nicht nur einmal von übermotivierten Ordnern und ebenso motivierten Beamten ausgegangen sein sollen. Unabhängig von dem Geschehen im Stadion kam es am Spieltag außerdem noch zu einem ausgemachten Kräftemessen zwischen Vertretern aus Aachen und Essen auf dem Acker. Dabei soll es zu Ungereimtheiten gekommen und sich nicht an Absprachen gehalten worden sein. Entgegen des Ergebnisses im Tivoli zogen bei der abgemachten Schlagabtausch Aachener Ultras gegen sportliche Essener den Kürzeren.

Fotos: Yellow Connection 2014 | Kurvennews am 12.04.2019


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