Rapid-Ultras überreichen Spende an Sturm-Fanszene nach Tod von Heimo

Vor wenigen Wochen starb mit Heimo ein Anhänger des SK Sturm Graz, der über 20 Jahre lang in der Ultràszene verankert war und überdies eine bewundernswerte Persönlichkeit gewesen sein soll. Als »bewundernswerter Mensch, zu dem viele aufschauten« wird Heimo in einem Nachruf seiner Gruppe, der »Brigata Graz«, beschrieben, der außerdem stets offen und unvoreingenommen auf andere, insbesondere jüngere Mitglieder in der Szene zugegangen sein und diesen mit so mancher Geschichte ein Lächeln oder ungläubiges Staunen ins Gesicht zaubern sollte. »Als ewiger Kämpfer die gestellten Herausforderungen angenommen«, sollte Heimo im April seinen wichtigsten Kampf im Leben verlieren, was nicht nur die »Brigata Graz 1994« sondern auch für weite Teile der gesamten Sturm-Fanszene ein äußerst schwer zu verkraftender Schlag gewesen sein soll. Zu allem Überfluss hinterlässt der Verstorbene eine erst achtjährige Tochter, die seit dem Tod ihres Vaters und ihrer Mutter Vollwaise ist.

Um Maya auf ihrem noch jungen Weg so gut wie möglich zu unterstützen, sammelte das »Kollektiv 1909« Geldspenden für die hinterbliebene Tochter, die offenbar zu einer großzügige Resonanz zahlreicher Menschen führte und weiterhin führen soll (Spendeninfos hier). Nun beteiligte sich mit dem SK Rapid Wien auch eine Ultràszene, die den Anhängern des SK Sturm Graz ansonsten eher rivalisierend gegenübersteht. Aufgrund des bitteren Schicksals ruhte die große Abneigung am gestrigen Donnerstag jedoch und die Vorsänger der »Ultras Rapid« überreichten im Inneren des Weststadions einen Trauerkranz an Vertreter der Szene von Sturm Graz. Ebenso entrollte man ein »Ruhe in Frieden Heimo« Transparent im Block West und überreichte am Spielfeldrand noch Geldspenden in Höhe von 1.899 Euro, die von der aktiven Rapid-Fanszene zusammengetrommelt wurden und den vor der Gästekurve stehenden Mitgliedern der »Brigata Graz« persönlich übergeben wurden.

Die weiteren mit nach Wien gereisten Anhänger des SK Sturm verzichteten beim gestrigen Bundesliga-Duell im Übrigen auf einen organisierten Support. »Wir sind fertig mit dieser Saison«, hieß es vom Kollektiv der schowazn Grazer, die sich sichtlich enttäuscht über zahlreiche Auftritte der Mannschaft zeigen, die den Erwartungen offenbar kaum gerecht werden konnte. Konkret auf den Punkt trifft dies der Auszug: »Besonders die vergebene historische Chance auf eine mögliche direkte Qualifikation für die Europa-League-Gruppenphase gegen eine alles andere als übermächtige Liga-Konkurrenz schmerzt sehr. Daran können auch die verbleibenden zwei Spiele nichts mehr ändern – egal wie diese nun ausgehen. Die Saison ist und bleibt katastrophal, die Mannschaft hat alle Ziele und Hoffnungen, unsere Träume von Europa in unzumutbarer Art und Weise zerstört«. Aus diesem Grund fühle man sich als Ultràszene des SK Sturm nicht mehr dazu in der Lage mit positivem Beispiel voran zu gehen, weshalb man sich im Kollektiv dazu entschloss zwar bei Heim- und Auswärtsspielen präsent zu sein, jedoch keine Stimmung zu koordinieren. Immerhin schien die harte Ansage bei der Mannschaft zu fruchten, die gestern mit einem 2:1 Auswärtssieg in Hütteldorf für eine gute Ausgangssituation für das Play-Off-Rückspiel sorgen konnte.

Fotos: tornadosrapid.at | Kurvennews am 31.05.2019


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