Pyroshow zu 20 Jahren Poptown Hamburg & schwer verunglückter HSV-Fan in Aue

»Immer noch anders als ihr« hieß es heute auf einem großen Banner vor dem Gästeblock des Erzgebirgsstadion, in dem die Ultras von »Poptown Hamburg« ihr 20 jähriges Bestehen feierten. Die Ultràgruppe des Hamburger SV gründete sich im Jahr 1998 und durchlebte seitdem eine turbulente Zeit in der Fanszene und mit dem Verein selbst. Jahrelang stand die Gruppe abgekapselt von der »Chosen Few« im zentralen Bereich der Nordtribüne und verlor zwischenzeitlich gar den Status eines offiziellen Fanclubs, nachdem es zu wiederholten Pyrovorfällen der Gruppe kam. Nach dem Rückzug und der Auflösung der »Chosen Few« ab dem Jahr 2014 waren es dann »Poptown Hamburg 98«, die die Führung in der Kurve übernehmen musste, auch wenn aus Hamburg dazu rückblickend mehrfach zu vernehmen war, dass dies von der Gruppe selbst aus so nie wirklich gewünscht gewesen sei. Generell gilt »PT98«, die gemeinsam mit den »Castaways«, »Clique du Nord« und »HH-Ost« den Kern der Ultràszene bildet, als sehr kreative Gruppe, die unter anderem durch Streetart in der Freien- und Hansestadt Hamburg zu glänzen weiß.

Um das zwanzigjährige Gruppenbestehen beim heutigen Auswärtsspiel in Aue entsprechend zu zelebrieren, breiteten die Ultras eine runde Blockfahne im Gästebereich aus, die von dutzenden Fahnen eingerahmt wurde. Anschließend wurden mehrere Bengalische Fackeln sowie blauer und weißer Rauch gezündet. Garniert wurde die Choreografie mit einer goldenen »20« die über dem Banner am Zaun zu sehen war und für das Jubiläum der Ultràgruppe stand.

Nach der Zweitliga-Begegnung, welches vor 16.000 Zuschauern im ausverkauften Erzgebirgsstadion mit 1:3 für den HSV endete, kam es noch zu einem Hubschrauber-Einsatz im Inneren des Stadions. Grund für das Einfliegen des Rettungshubschraubers war ein tragischer Zwischenfall am Ende des Spiels, als ein langjähriger Anhänger des Hamburger SV auf den Zaun des Gästeblocks klettern wollte, dabei das Gleichgewicht verlor und mehrere Meter in die Tiefe stürzte. Dabei soll der Anhänger mit dem Kopf auf dem Betonboden aufgekommen sein und sich dadurch schwere Kopfverletzungen zugezogen haben. Fans wie Spieler waren von dem Unfall geschockt, der den Auswärtssieg des HSV völlig überschattete. Der Verletzte wurde noch mehrere Minuten an Ort und Stelle notversorgt, ehe er per Hubschrauber in eine Klinik nach Zwickau geflogen wurde. Laut unterschiedlichen Angaben, unter anderem vom HSV, soll der langjährige Fan glücklicherweise nicht in Lebensgefahr schweben und sein Zustand sei stabil. Wir wünschen T. gute Besserung!

Foto: Kappaswelt | Kurvennews am 10.11.2018

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