Pyroshow, Sachbeschädigungen & Abbruchkommando Lok in Erfurt

Mit dem Aufeinandertreffen zwischen dem FC Rot-Weiß Erfurt und dem 1.FC Lok Leipzig stand am Samstagmittag eine durchaus interessante Begegnung in der Regionalliga Nordost auf dem Plan. Zwar kann von einer großen Rivalität keine Rede sein – pflegen doch kleine Teile beider Fanszenen seit vielen Jahren freundschaftliche Kontakte zueinander – immerhin standen sich aber zwei respektierte Szenen gegenüber, was in der Viertklassigkeit dann doch eher Seltenheitswert besitzt.

Die aktiven Fans aus Leipzig um die »Fanszene Lok« und »Fankurve 1966« machten sich per Regionalzug und in einheitlichen grauen Maleranzügen auf den Weg in die thüringische Landeshauptstadt, auf dem es laut Presseangaben zu Reibereien und Sachbeschädigungen gekommen sein soll. Unter anderem sollen laut Zugpersonals rassistische Parolen skandiert und laut Polizeiangaben bei Ankunft in Erfurt rund 50 Autos beschädigt worden sein. Gekleidet hatte man sich so im Rahmen einer Mottofahrt in einheitlichen grauen Maleranzügen, mit denen man in der Gästekurve als »Abbruchkommando Lok« auftrat. Als dieses ließ man einen Bagger über den mit weißen Fahnen ausgestatteten Gästeblock rollen, der einiges an Staub – in diesem Fall weißen Rauch – aufwirbelte. Insgesamt fand sich auf Seiten der Gäste eine mittlere bis hohe dreistellige Zahl an Fans im Steigerwaldstadion ein, die von Anhängern des Halleschen FC unterstützt wurden.



In der Steigerwaldkurve zogen die Fans des FC Rot-Weiß Erfurt hingegen eine rote Blockfahne auf um anschließend einiges an Tifo-Material einzusetzen und dutzende Bengalische Fackeln sowie Römische Lichter abzubrennen. Anschließend knüpfte man auch akustisch an die optisch gelungene Einlage an und präsentierte sich als lautstarke Heimkurve, in der auch befreundete Ultras der »Legione Cybea« aus dem italienischen Massa zugegen waren. Nach einem ersten Besuch 2012 festigten sich die Kontakte zwischen den »Erfordia Ultras« und der »Legione Cybea Massa« fortan immer weiter, so dass beide Gruppen heute von einer festen Freundschaft zueinander sprechen.

Nach dem Spiel, welches vor 5.275 Zuschauern mit 1:2 für die Gäste endete, sollte es nach zwischenzeitlicher Absprache mit der Staatsanwaltschaft noch eine erkennungsdienstliche Behandlung am Leipziger Hauptbahnhof geben. Dieser unterziehen mussten sich 150 Zugfahrer aus dem Lok-Lager bei Wiederankunft in der Messestadt, denen vorgeworfen wird an den Sachbeschädigungen beteiligt gewesen zu sein. Die »Fanszene Lokomotive Leipzig« kritisierte das unnötige und asoziale Fehlverhalten einiger Idioten, die die gesamte Anhängerschaft dadurch in Misskredit bringen würden. Außerdem schade man damit sämtlichen Bemühungen, die Auswärtszahlen endlich mal wieder in die positive Richtung zu lenken.

Fotos: Fanszene-Lok.de | Kurvennews am 11.03.2019


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