Pyroshow & Feuerwerksraketen sowie Kritik an Montagsspielen beim 108. Nordderby in Bremen

Am Samstagabend kam es im ausverkauften Weserstadion zum 108. Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV. Im Vorfeld hielten sich beide Fanlager bezüglich einer großen Mobilisierung bedeckt, der es bei den prestigeträchtigen Nordderbys im Grunde ohnehin nicht bedarf. Eingeläutet wurde der Spieltag mit dem Erscheinen von rund 200 HSV-Ultras in einer Bremer Kneipe, die knapp vier Kilometer vom Weserstadion entfernt liegt. Zu einem Aufeinandertreffen mit Bremer Fans kam es dort nicht, was vor allem auf die Spontanität, Lage und die Polizeipräsenz zurückzuführen sein dürfte.

Von dort aus eskortierte die Polizei den Mob in Richtung Weserstadion, in dem zu Spielbeginn im Gästeblock gezündet wurde. Neben dutzenden blauen Fahnen wurden Stroboskope und Bengalische Fackeln hinter einem großen »1887« Banner abgebrannt. Ergänzt wurde die optische Einlage von Feuerwerksraketen, weshalb die Begegnung kurzzeitig unterbrochen wurde. Das Abbrennen von Pyrotechnik im Gästeblock wiederholte sich im weiteren Verlauf des Derbys mehrmals und es schien, gerade in Anbetracht des Endergebnisses, dass sich die HSV-Fans würdig aus der Bundesliga verabschieden wollen.

Auf der Gegenseite nutzten Bremer Ultras das Nordderby für eine Protestaktion gegen Montagsspiele, die hinter einem »Pro Samstag 15:30 Uhr« Banner auch gut zur Geltung kam. Außerdem wurde sich in der Ostkurve für den Erhalt der 50+1 Regel ausgesprochen und das »Jagdsaison«-Banner vom letzten HSV-Heimspiel auf die Schippe genommen. Nach dem Spiel, das der SVW wenige Minuten vor Ende der Partie mit 1:0 für sich entscheiden konnte, kam es vor dem Stadion noch zu einem größeren Polizeieinsatz. Sichtlich nervös und unverhältnismäßig versuchten die Beamten gegnerische Fans voneinander fern zu halten, was mit reichlich Pfefferspray und dem fragwürdigen Einsatz eines Wasserwerfers bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auch gelang.

Fotos: nordtribüne-hamburg.de, wanderers-bremen.de | Kurvennews am 27. Februar 2018

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