Proteste gegen Montagsspiel in Jena & Video zu Argentinien-Auftritt

Am Montag standen sich die Drittligavereine FC Carl Zeiss Jena und FSV Zwickau im Ernst-Abbe-Sportfeld gegenüber. Bereits einige Male berichteten wir über die Einführung von Montagsspielen, die für eine bessere Vermarktung der 3. Liga sorgen und den einzelnen Klubs höhere Einnahmen bescheren soll. Während sich nun bequem von der heimischen Couch aus Montagabends Spiele der dritten Liga über kostenpflichtige Streaming-Angebote verfolgen lassen, gehen eben jene Spielterminierungen auf Kosten der aktiven Fans, die Partie für Partie im Stadion zugegen sind.

In Jena protestierten am Montagabend sowohl die Fans des FCC, als auch die Gästefans aus Westsachsen. Diese hatten mehrere Banner wie »Scheiß DFB« oder »Scheiß Telekom« im Gepäck, die am Zaun des ausverkauften Gästeblocks aufgehangen wurden. Die aktiven Fans und Ultras der Gastgeber blieben ihrer Südkurve hingegen für die erste Viertelstunde fern, in der große »Nein zur Spieltagszerstückelung… Montag ist Ruhetag« Transparente befestigt wurden. Erst anschließend bevölkerten die FCC-Fans ihre eigene Fankurve, wozu das »Montag ist Ruhetag« Banner durch ein »Abpfiff fürs TV-Diktat – Pro Stadionkultur!« Transparent ersetzt wurde. Während des Protests gab es einen deutlich hörbaren Einsatz von Trillerpfeifen, womit der ablehnenden Haltung gegenüber den aus kommerziellen Gründen eingeführten Montagsspielen Nachdruck verliehen wurde.

Im weiteren Verlauf des Spiels war in der Südkurve Jena noch ein schwarzes Banner mit der Aufschrift »Freno vive« zu sehen, womit die Ultras der »Horda Azzuro« ihr Mitgefühl zum Tod des Ultrà vom FSV Frankfurt bekundeten. Dieser war am vorletzten Montag an einem bösartigen Hirntumor gestorben, woraufhin dessen Freunde und Wegbegleiter ihm unter anderem im Stadion am Bornheimer Hang die letzte Ehre erwiesen (Beitrag dazu hier). Die Ultras des FC Carl Zeiss Jena pflegt seit Jahren freundschaftliche Kontakte zur Ultràszene des FSV Frankfurt. Außerdem wurde ein »Der Blick aufs Wesentliche geht verloren« Spruchband in der Südkurve präsentiert, woraufhin sich die Fans in der Südkurve umdrehten und dem Spielfeld den Rücken zuwendeten. Rechtzeitig zum Ausgleichstreffer ihres FCC waren die Ultras und Fans wieder mit dem Blick nach vorne gerichtet und sahen knapp zehn Minuten nach dem 1:1 den Führungstreffer ihrer Mannschaft zum 2:1. Dabei sollte es dann vor 7.061 Zuschauern auch bleiben, was für den FSV Zwickau insbesondere deshalb ärgerlich war, da einer der Jenenser Treffer durch einen unberechtigten Elfmeter erzielt wurde.

Weitere Fotos zum Spiel gibt es hier zu sehen (Weiterleitung auf horda-azzuro.de).

Unabhängig von den Protesten am Montagabend veröffentlichte die »Horda Azzuro« ein Video vom vorletzten Wochenende, an dem man sich als klassische südamerikanische Barra Brava präsentierte und den Spieltag im Argentinien-Style gestaltete. Das Video geht es hier zu sehen.

Foto: horda-azzuro.de | Kurvennews am 29.08.2018

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