Polizei durchsucht Wohnungen der »Rising Boys« & erntet Kritik von Fanhilfe

Fast zeitgleich mit den Wohnungsdurchsuchungen in Braunschweig wurden auch neun mutmaßliche Mitglieder der »Rising Boys Hannover« unsanft aus dem Schlaf gerissen. Am Mittwochmorgen stürmten verschiedene Polizeieinheiten die Wohnungen der 96-Ultras in und außerhalb der niedersächsischen Landeshauptstadt und beschlagnahmten dabei Handys, Laptops, Klamotten sowie Zaunfahnen und Fahnen aus dem Kreis der Ultras Hannover.

Vor allem diese Beschlagnahmungen kritisiert die »Fanhilfe Hannover«, die sich am Donnerstag ausführlich zu Wort meldete. Des Weiteren kritisiert die Fanhilfe die Vorgehensweise der Polizei, die in einem Falle die Wohnungstür mit einem Rammbock aufbrach, obwohl eine Öffnung mit einem Schlüsseldienst möglich gewesen wäre. Außerdem wurden ganze Straßen für den Einsatz abgesperrt und die Vertreter der »Fanhilfe Hannover« vermuten, dass die Lokalpresse auf die bevorstehenden Hausdurchsuchungen aufmerksam gemacht wurde, die anschließend rechtswidrige Nahaufnahmen von den Betroffenen machte.

Ohnehin ist ein Großteil der Betroffenen gar nicht der Gruppe zuzuordnen, denen der Einsatz eigentlich galt. Die neun Personen sollen stattdessen für die Polizei als »Rising Boys« gegolten haben, da sie ein Banner bei einem Auswärtsspiel von Hannover 96 mit hochgehalten haben. Bekannt ist die »RBH-Crew« vor allem durch ihre Graffitis, was die Ultras mit Videos der Malereien auch eindrucksvoll unter Beweis stellten. Erst vor ein paar Monaten feierte die Gruppe ihr zehnjähriges Jubiläum mit einer Blockfahne als Teil einer Choreografie im Oberrang des Niedersachsenstadions.


Fotos: Rising Boys Hannover | Kurvennews am 17. Juni 2016

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