Polizei agierte gegen SV Wehen & VfR Aalen Fans an Stadion & Raststätte

Am vergangenen Freitagabend musste der VfR Aalen beim SV Wehen in Wiesbaden antreten. Eine annähernd dreistellige Zahl an Aalenern wollte ihren VfR beim Auswärtsspiel in der Wiesbadener Arena unterstützten und nahmen deshalb den rund 280 kilometerlangen Weg von der Ostalb in die hessische Landeshauptstadt auf sich. Am Stadion des Drittliga-Konkurrenten SV Wehen angekommen sollen die Gästefans einem unverhältnismäßigen Polizeiaufgebot gegenüber gestanden haben, mit denen sich die Ultras des VfR Aalen Rangeleien am Eingang lieferten. Aus diesem Grund kam es letztlich nicht zum Eintritt in das Stadion, weshalb die knapp 50 aktiven Fans noch vor dem eigentlichen Spielende aus Wiesbaden abreisten.

Auf dem Heimweg hielt die Busbesatzung mit aktiven Fans des VfR Aalen an der Raststätte Spessart-Süd in Unterfranken, auf der eine kleine Personengruppe mit Golfschlägern, Holzlatten und Tischbeinen auf Parkplatzbeleuchtungen und Werbetafeln eingeschlagen haben soll. Dies will die daraufhin angerückte Polizei noch gesehen haben, die die Kleingruppe anschließend stellte. Dabei soll es zu Rangeleien mit weiteren Businsassen gekommen sein, die sich mit den kurzzeitig festgesetzten Aalenern solidarisierten. Laut Angaben der Lokalpresse soll die Polizei große Probleme gehabt haben die Lage unter Kontrolle zu bringen und deshalb Verstärkung angefordert haben. Nachdem die Polizei einige Personalien der 48 VfR-Fans wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs, Sachbeschädigung, Bedrohung und Beleidigung aufnahm, durften die Aalener nach der zweiten direkten Begegnung mit der Staatsmacht an diesem Freitagabend die Heimreise antreten.

An der Arena in Wiesbaden kam es übrigens auch im Heimbereich zu einem unverhältnismäßigen Einsatz der Polizei. Wie die Gruppe »Supremus Dilectio« des SV Wehen beschreibt, soll die Polizei am Eingang verhindert haben, dass die Fans ein zuvor genehmigtes Spruchband mit der Aufschrift »Rechte Brandstifter enttarnen und ihnen das Handwerk legen« ins Stadioninnere mitnahmen. Wenige Tage zuvor war bekannt geworden, dass es Drohungen gegenüber einer Rechtsanwältin gegeben hatte, die Opfer der neonazistischen terroristischen Vereinigung NSU vertrat. Die Rückverfolgung der Drohschreiben konzentrierte sich nach und nach immer mehr auf das Revier 1 der Frankfurter Polizei, in dem mittlerweile sechs Polizisten aufgedeckt wurden, die sich über einen langen Zeitraum rechtsextreme und fremdenfeindliche Texte, Bilder und Videos zugeschickt hatten.

Da die am Wiesbadener Stadion eingesetzte Polizei eine Personalienaufnahme der beiden Anhänger, die das Transparent am Eingang ausrollten, aufnehmen wollte, und weil die Polizei dieses trotz vorheriger Genehmigung verbat, erscheint den Wehen-Ultras das Verhalten der Beamten äußerst verdächtig. »Es scheint sich hierbei um den aktiven Versuch seitens der anwesenden Polizeibeamt*innen zu handeln, den gesellschaftlichen Diskurs zugunsten von Rechtsradikalen zu beeinflussen, indem sowohl eine klare Positionierung seitens der Fans verhindert als auch mit Repression für antifaschistisches Engagement gedroht wird.« äußerte sich »Supremus Dilectio« dazu.

Ultras des VfR Aalen beim Auswärtsspiel gegen Wehen.

Fotos: schwarze-elite.com, supremusdilectio2008.wordpress.com | Kurvennews am 25.12.2018


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