[Österreich] Pyroshow sowie Posse um Profi & Stadion in St. Pölten

Mit einem 1:1 im Rückspiel gegen den SC Wiener Neustadt sicherte sich der SKN St. Pölten den Klassenerhalt in der österreichischen Bundesliga. Begleitet wurde das Rückspiel in der Niederösterreich-Arena mit einer Einlage der Heimfans, die hinter einem »Klassenkampf gewinnen« Banner blauen, gelben und roten Rauch in Anlehnung an die eigenen Vereinsfarben zündeten. Außerdem wurden mehrere Bengalische Fackeln abgebrannt und von der Gruppe »Wolfbrigade 04« ein Transparent mit der Aufschrift »Genehmigung? Wird nachgereicht« hochgehalten. Mit diesem spielten die aktiven Fans des Niederösterreichischen Sportklubs offenbar auf den Einsatz von David Atanga an, der in dieser Saison bereits für den FC Salzburg und dessen Kooperationspartner FC Liefering zum Einsatz kam. Genau dies ist laut FIFA-Regularien jedoch verboten und es darf ein Profi pro Saison für maximal zwei Vereine auflaufen. Dem entgegen spricht eine Kooperationsspieler-Regelung der Liga, die unter gewissen Bedingungen Einsätze für mehr als zwei Klubs erlaubt und rein zeitlich gesehen schon länger Bestand hat.

Der SC Wiener Neustadt gibt sich nach dem gescheiterten Aufstieg in die höchste Spielklasse Österreichs als ein eher schlechter Verlierer und will die Situation rechtlich prüfen lassen. Sollte einer Klage seitens dem Zweitligisten stattgegeben werden, würde das Rückspiel mit 0:3 für den SC Wiener Neustadt gewertet werden, die dadurch in der kommenden Saison anstelle des SKN St. Pölten in der Bundesliga vertreten sein würden. Die Verantwortlichen aus St. Pölten verstehen die Aufregung nicht und verweisen auf einen eingesetzten Spieler des SC Wiener Neustadt, der in dieser Saison ebenfalls für insgesamt drei Vereine auflief. Da sich der Relegationsverlierer davon nicht beeindrucken ließ und weiter an einer Klage festhalten möchte, reagierte der SKN seine ganz eigene Art und Weise und beschloss im Umkehrschluss, die Stadionerlaubnis für den SC Wiener Neustadt zurückzuziehen. Diese sind für die kommende Spielzeit auf ein Ausweichstadion angewiesen, da das eigene Wiener Neustädter Stadion nicht mehr den Auflagen entspricht und erst mit einem eigenen Neubau mitsamt verpflichtender Rasenheizung und VIP-Bereiche begonnen wird. Für diese Zeit stellten die 80 Kilometer entfernten »Nachbarn« eigentlich in freundschaftlicher Absicht ihre Arena zur Verfügung, fühlen sich »nach dieser unfairen Vorgangsweise [jedoch]auch nicht mehr an [die] Vereinbarung mit dem SC Wiener Neustadt […] gebunden«, so der Manager des SKN St. Pölten. Sollten jeweils beide Vereine an ihren Vorhaben festhalten, konnte das weitreichende Folgen haben. Der SC Wiener Neustadt stünde zumindest einmal ohne Ausweichstadion dar, ohne das sie die Lizenz für die kommende Runde gar nicht erst erteilt bekommen hätten.

Fotos: Wolfbrigade 04 | Kurvennews am 07.06.2018

1 Kommentar

  1. Das Spruchband war auf die Nachreichung von Lizenzunterlagen des TSV Hartberg bezogen und sollten so ironisch darauf hinweisen, dass Pyrotechnik in Österreich “strenger” behandelt wird als Lizenzen von Vereinen.

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