Nordkurve Wolfsburg macht für große NoNPOG-Demo in Hannover mobil

Am kommenden Samstag findet in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover eine große Demonstration gegen das von der Landesregierung anvisierte Niedersächsische Polizei- und Ordnungsbehördengesetz statt. Mit diesem sollen der Polizei weitreichende Befugnisse erteilt werden, die für alle Bürger massive Einschränkungen in der persönlichen Freiheit zur Folge haben können. Nach Bayern und Nordrhein-Westfalen zieht die niedersächsische Landesregierung um CDU und SPD nun mit einem überarbeiteten Polizeigesetz nach, mit dem der terroristischen Gefahr entgegen gewirkt werden soll. Ob es eine solche besteht, ist im Grunde subjektiv von jedem einzelnen Bürger zu bewerten. Rein statistisch gibt es diese nicht und Deutschland wirkt nach wie vor als äußerst sicheres Land, das bislang ohne derartige Machterweiterungen für die Polizei und sonstigen Sicherheitsorgane bestens zurecht kam.

Bisher haben sich schon einige Fanszenen aus Niedersachsen angekündigt, die an der Großdemonstration in Hannover am Samstag, den 08.09.2018 teilnehmen möchten. Nun ruft die »Nordkurve Wolfsburg« noch einmal explizit alle Fans des VfL Wolfsburg dazu auf gemeinsam mit der aktiven Fanszene auf die Straße zu gehen und gegen das geplante Polizeigesetz zu protestieren. »Wir rufen alle Wolfsburgerinnen und Wolfsburger dazu auf, am nächsten Samstag mit uns gemeinsam im VfL-Trikot nach Hannover zu reisen und deutlich zu machen, dass der angestrebte Gesetzentwurf weder von uns Fußballfans, noch von der breiten Masse der niedersächsischen Bevölkerung getragen wird. Weitere Informationen unter www.nonpog.de« heißt es im Aufruf von ProFans Wolfsburg, die einleitend lesenswerte Zeilen zur Bedrohung durch eine Verabschiedung eines verschärften Polizeigesetzes veröffentlichten. Diese sind ebenso wie die genauen Zugzeiten für An- und Abreise nachfolgend einzusehen.

 

Aufruf von ProFans Wolfsburg & der Nordkurve Wolfsburg:

Am kommenden Samstag (08.09.2018) demonstrieren in Hannover zahlreiche niedersächsische Fußballfans zusammen mit vielen Einzelpersonen, Organisationen und Gewerkschaften gegen die Verabschiedung eines neuen und verschärften niedersächsischen Polizeigesetzes.

Kritiker sprechen landesweit von den härtesten Polizeigesetzen seit der NS-Zeit. Anders als bisher soll die Polizei in Zukunft schon dann Menschen überwachen, verfolgen und gefangen nehmen dürfen, wenn ihnen unterstellt wird, über Straftaten nachzudenken, ohne sie tatsächlich auszuführen. Das ist eine ganz grundsätzliche Änderung der Rolle der Polizei in unserer Gesellschaft, ein so genannter Paradigmenwechsel. Die Verwischung der Grenzen zwischen polizeilicher und nachrichtendienstlicher Tätigkeit stellt die Gewaltenteilung infrage. Unsere Erfahrung zeigt uns, dass auch Fußballfans von der Polizei als „Bedrohung“ bzw. „Gefährder“ gesehen werden. Folglich kann die massive Ausweitung polizeilicher Befugnisse auch uns treffen! Was heißt das für mich als Fußballfan?

Muss ich befürchten, zukünftig präventiv am Telefon oder Computer überwacht zu werden, wenn ich für meinen Fanclub einen Reisebus zum brisanten Auswärtsspiel des VfL Wolfsburg buchen möchte?
Werde ich mit einem Elektro-Taser niedergestreckt, wenn ich mich bei der Zugankunft entgegen der polizeilichen Anweisung zum Pinkeln von der Masse absetzen möchte?
Werde ich präventiv bis zu 74 Tage in Gewahrsam genommen, da mein Fan-Schal theoretisch zur Vermummung genutzt werden kann und ich somit eine “Bedrohung” darstelle?

Wir rufen alle Wolfsburgerinnen und Wolfsburger dazu auf, am nächsten Samstag mit uns gemeinsam im VfL-Trikot nach Hannover zu reisen und deutlich zu machen, dass der angestrebte Gesetzentwurf weder von uns Fußballfans, noch von der breiten Masse der niedersächsischen Bevölkerung getragen wird. Weitere Informationen unter www.nonpog.de

ProFans Wolfsburg

Fotos: fanfotos.net, Nordkurve Wolfsburg | Kurvennews am 04.09.2018

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