Mottoshirts, Pyroshows & Choreografie beim Pokalfinale in Berlin

Zwei gut aufgelegte Kurven sorgten am gestrigen Samstagabend für einen gelungenen Rahmen des DFB-Pokalfinales zwischen dem FC Bayern München und der SG Eintracht Frankfurt. Vor allem für die Hessen war der erneute Einzug ins Finale genau 30 Jahre nach dem letzten Pokalsieg etwas ganz Besonderes, durch den man sich zum Ende dieser Saison zudem noch für den knapp verpassten Europapokal qualifizieren konnte.

 Im Vorfeld kündigten die »Ultras Frankfurt 97« einen Treffpunkt in Charlottenburg und eine Choreografie im Stadion an. So marschierten tausende Eintracht-Fans vom Witzlebenplatz zum Olympiastadion, in dem dutzende Fahnen verteilt und eine Blockfahne mit einer Abbildung der Pokalfeier von 1988 gespannte wurde. Mit dem Motto »Totgesagte leben länger« nahmen die Eintracht-Fans direkten Bezug auf den 30 Jahre zurückliegenden Pokalerfolg, machten ihrer Mannschaft zugleich aber auch Mut für die anstehende Aufgabe, die viele Medien für kaum möglich hielten. Außerdem spielten die Anhänger der SGE mit einem »Heynckes lebt – Stand jetzt!« Banner auf eine vor Wochen getroffene Aussage von Trainer Nico Kovac an, bei dem kurz darauf bekannt wurde, dass er die Adler zum Saisonende in Richtung Rekordmeister verlassen wird.

Die Fans des FC Bayern verzichteten wie angekündigt auf eine Choreografie, folgten aber mehrheitlich dem Aufruf der aktiven Fanszene und färbte die Marathontor-Seite des Olympiastadions in Rot. Die »Schickeria München« läutete das Spiel mit »Diffidati con noi« Doppelhaltern ein, die sich gemeinsam mit den Gruppen »Munichs Red Pride« und »Colegio« auf der linken Seite positioniert hatten. Die Ultràgruppen »AlarMstufe Rot« und »Red Fanatic München« nahmen hingegen auf der rechten Seite Platz und versuchten dadurch den Stimmungskern zu erweitern.

Sowohl links und rechts des Marathontors wurde zu Beginn und im weiteren Verlauf der zweiten Halbzeit gezündet und auch auf der gegenüberliegenden Seite fielen die Frankfurter Ultras mit einer größeren Pyroshow auf. Diese präsentierten zudem ein großes »Viel Erfolg für Relegation, Finale und Europa« Banner, welches befreundeten Ultras des SV Waldhof Mannheim (Aufstiegsspiele gegen Uerdingen), der BSG Chemie Leipzig (Sachsenpokalfinale mit Chance auf den DFB-Pokal) und Atlanta Bergamo (Qualifikation zur Europa League) gegolten hat.

Auf dem Rasen ging die Diva vom Main bereits nach elf Minuten in Führung und spielte leidenschaftlich gegen den Rekordpokalsieger an, der in der 53. Minute zum 1:1 ausgleichen konnte. In der 82. Minute waren es dann wieder die Adler, die zur großen Freude der weit über 25.000 anwesenden Eintracht-Fans in Führung gingen und diese im Gegenzug zu einem umstrittenen, nicht gepfiffenen Elfmeter für den FCB, zum 3:1 in der Nachspielzeit ausbauen konnten. Der Torschütze rannte danach in die Kurve der SGE-Fans, die ihm bereits auf der Laufbahn entgegen kamen, was dutzende Polizeikräfte aufmarschieren ließ. Die Situation blieb dennoch entspannt und es überwog die große Freude über den insgesamt fünften Pokalsieg in der Geschichte der Frankfurter Eintracht. Die Bayern-Fans verabschiedeten derweil Jupp Henyckes mit einem »Danke für alles Jupp« Banner.

Fotos: eintracht-online.net, Bolzplatzfanatiker, Stadionluft | Kurvennews am 20.05.2018

1 Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.