Materialverbote nach Protesten bei Hertha mit sofortiger Wirkung aufgehoben

Nach den Vorfällen in Dortmund, als es nach dem Sicherstellen eines großen Banners der »Hauptstadtmafia 03« zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Ultras von Hertha BSC kam (Beitrag mit Videos hier), kündigte die Vereinsführung des Hauptstadtklubs ein bis auf Weiteres geltende Materialverbot an. Darin inbegriffen waren Verbote sämtlicher Fahnen, Doppelhalter, Blockfahnen, Spruchbänder und sonstige Tifo-Materialien, die fortan nicht mehr im Olympiastadion in Berlin zugelassen sein würden. Lediglich Zaunfahnen waren weiterhin erlaubt, was jedoch nicht über die fragwürdige Kollektivstrafe hinwegtäuschen sollte. Die Ultras von Hertha BSC entschieden sich nach Bekanntgabe der Materialverbote durch den Verein zu einem Stimmungsboykott (Beitrag dazu hier), der beim darauffolgenden Heimspiel gegen RB Leipzig für eine triste Stimmung im Olympiastadion sorgen sollte.

In der Ostkurve waren während des Spiels keinerlei Schwenk- oder Zaunfahnen zu sehen und die überwiegende Mehrheit der Stadionbesucher wohnte dem Bundesliga-Heimspiel still bei. Michael Preetz, Geschäftsführer des Hertha Berliner Sport-Clubs, äußerte sich im Nachhinein sogar dahingehend, dass er den Stimmungsboykott »an sich eine schöne Kulisse« fand und betonte, dass man klare Kante gegenüber gewaltsame Fans zeigen wolle (Beitrag dazu hier). Was die eigentlichen Ursachen für die Auseinandersetzungen im Dortmunder Westfalenstadion in der Woche zuvor waren und warum die Hertha-Anhänger im Kollektiv bestraft wurden, ließ Preetz in Interviews nach dem Spiel weitgehend offen.

Nun scheint innerhalb der Vereinsführung von Hertha BSC nach etwas zeitlichem Abstand wieder Einsicht zurückgekehrt zu sein. So gab der Klub am heutigen Mittwoch bekannt, dass man nach langen und intensiven Gesprächen mit allen Seiten das Verbot von Spruchbändern, Bannern, Blockfahnen und Doppelhaltern mit sofortiger Wirkung aufheben wird. Dem Vorausgegangen war ein überaus konstruktiver Austausch im Rahmen des ersten Dialogtreffens zwischen den Fanvertretern und der Geschäftsführung von Hertha BSC. In Zuge dessen wurde die Basis für einen vertrauensvollen Austausch und Umgang bereitet, so Hertha BSC in einer Stellungnahme weiter, weshalb man von dem noch beim Leipzig-Heimspiel geltenden Verbot abgekehrt sei. So sind sämtliche Materialien beim kommenden Heimspiel gegen Hoffenheim am Samstag wieder erlaubt, für die das übliche Procedere und die üblichen Standards am Eingang gelten.

Foto: Groundhopping Schweiz | Kurvennews am 21.11.2018

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