Marsch in Schwarz, Pyroshow & blau-weiße Ponchos im gesamten Ostseestadion

Es galt als eines der brisantesten Pokalbegegnungen der zweiten Runde, was sich gestern Mittag unter Beweis stellen sollte. Ziemlich genau 330 Nürnberger Ultras machten sich bereits früh und unentdeckt auf den Weg nach Rostock und schafften es in die Nähe zum Fanraum der Hansa-Ultras. In der Maßmannstraße kam es dann zu einem direkten körperlichen Kontakt mit dem Kontrahenten, der zwar in die offensive gegangen sein soll, den FCN-Fans zahlenmäßig aber spontan nur schwer etwas entgegenzusetzen hatte. Die zunächst völlig überforderte Polizei griff in die Auseinandersetzungen ein und ein mutmaßlicher Zivilbeamte gab dabei einen Warnschuss in die Luft ab. Verletzte gab es dadurch glücklicherweise keine und die Polizei setzte den gesamten Gästehaufen fest, der anschließend am Neptun Center am Werftdreieck kontrolliert wurde. Laut Augenzeugen und wie die Polizei später mit einem Foto bestätigte wurde dabei einiges an Material wie Sturmhauben, Mundschützer, Pyrotechnik und vier als Kreditkarten getarnte Messer sichergestellt. Beitrag mit Videos von gestern Mittag hier.

Aufgrund der Vorfälle, wegen denen sogar kurzzeitig eine Verlegung des Pokalspiels im Gespräch gewesen sein soll, wurden insgesamt 311 Nürnberger für mehrere Stunden kontrolliert und am Abend in den Reisebussen wieder nachhause geschickt. Dem Pokalduell konnten die Ultras des 1.FC Nürnberg somit nicht im Ostseestadion beiwohnen, weshalb das Stimmungsmonopol klar die Heimseite inne hatte. Vor dem Spiel marschierten zunächst zahlreiche Hansa-Fans geschlossen in Schwarz zum Ostseestadion und zündeten dabei vereinzelte pyrotechnische Gegenstände. Im Ostseestadion angekommen, wurde dieses nach einem Aufruf der »Fanszene Rostock« in den Vortagen mit blauen und weißen Ponchos geschmückt, die sich alle Zuschauer zum Einlaufen der Mannschaften überzogen. Dadurch ergab sich ein geschlossenes blau-weißes Bild im gesamten Stadion, bei dem lediglich der unbeflaggte Gästeblock ausgespart wurde. Abgerundet wurde das eindrucksvolle Bild durch eine Pyroshow mit dutzenden Stroboskopen auf der Südtribüne, die einen zum Teil brachialen Support über das gesamte Spiel ablieferte. Vermummt wurde sich dafür unter einer zuvor ausgebreiteten und bereits ein paar Mal verwendeter Hansa-Rostock-Blockfahne.

Begünstigt wurde die Stimmung durch das kämpferische Auftreten des FC Hansa auf dem Rasen. So gingen die Gastgeber in der ersten Halbzeit mit 1:0 in Führung und konnten diese bis zu den letzten Spielminuten verteidigen. In der 90. Minute glich der 1.FC Nürnberg zum 1:1 aus, weshalb es in die Verlängerung ging, in der die Blau-Weiß-Roten erneut in Führung gehen konnten. Allerdings gelang es dem Glubb auch erneut auszugleichen, weshalb das brisante Pokalduell ins Elfmeterschießen ging. In diesem zog die Kogge den Kürzeren und der FCN setzte sich in einem mit 23.900 Zuschauern ausverkauften Ostseestadion mit 2:4 durch. Am Vorabend des Spiels soll es übrigens noch zu einer zerbrochenen Scheibe beim Mannschaftsbus des 1.FC Nürnberg gekommen sein, was auf Fans des FC Hansa zurückgehen soll.

Fotos: Daniela van de Ostsee, Ian Knopf, Unterwegs in Sachen Fussball, Kirian L. | Kurvennews am 01.11.2018

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