Marsch-Ankündigung, Graffitis & brisanter Freitagabend vor Hamburger Stadtderby

Am morgigen Sonntag kommt es zum zweiten Hamburger Stadtderby in dieser Saison, welches im Millerntorstadion des FC St. Pauli ausgetragen wird. Bis zum Wochenende blieb es zwischen den Fanlagern des Kiezklubs und des Hamburger SV noch verhältnismäßig ruhig, wenngleich es in den vergangenen Wochen immer mal wieder zu kleinen Scharmützeln zwischen Anhängern beider Vereine kam.

Nun brachten Ultras und Sportliche des FC St. Pauli Farbe ins Spiel und färbten verschiedene Spots der Freien- und Hansestadt in Braun und Rot. Unter anderem zeigte sich »Ultra’ Sankt Pauli« unmittelbar vor dem Derby mit mehreren neuen Gemälden in der ohnehin graffitimäßig sehr umkämpften Großstadt und auch wurden Züge mit Slogans wie »Alles für Sankt Pauli« verziert, auf die beim letzten Derby (Beitrag dazu hier) noch die sportlich-motivierten »New Kids Sankt Pauli« und »Rotsport« zurückgriffen. Darüber hinaus wurde ein Banner am großen Bunker in der Feldstraße angebracht und der »Alte Schwede«, ein großer Fels am Elbstrand und der älteste Findling Deutschlands in Braun, Weiß und Rot gefärbt.

Auf Seiten des Hamburger SV holte man hingegen schon am vergangenen Wochenende die gesamte Anhängerschaft mit ins Boot und kündigte auf im Stadion verteilten Flyern sowie kurz darauf online einen Derbymarsch an. Für diesen treffen sich alle HSV-Anhänger am morgigen Derbysonntag um 9 Uhr am Bahnhof Dammtor, wofür die aktiven Gruppen der »Nordtribüne Hamburg« werben. Mit der dahinter liegenden und ebenfalls als Treffpunkt geltenden Moorweide eng verknüpft sind nicht nur die frühen Anfänge des Hamburger Sport-Vereins sondern auch die Feiern von legendären Titelgewinnen. Wie aus der Ankündigung zum Derbymarsch hervor geht, bitten die Ultras um ein umsichtiges Verhalten, um den Marsch und/oder einzelne Anhänger nicht zu gefährden. Die Polizei kündigte bereits an eine »Null-Toleranz-Schiene« fahren zu wollen.

Wie eingangs bereits erwähnt kam es vor diesem ebenso wie vor dem ersten Derby in dieser Saison zu keinem großen Aufeinandertreffen beider Szenen. Ein solches hatte sich am Freitagabend bereits abgezeichnet, als sich rund 200 Fans des FC St. Pauli am Stadion und rund 300 Fans des Hamburger SV in Eimsbüttel trafen. Der aus Ultras und Sportlichen bestehende Haufen Braun-Weißer hielt sich rund das Jolly Roger unmittelbar am Millerntorstadion auf und soll fast durchweg rote Tücher getragen haben. Aufgrund der Größe und dem Treffpunkt blieb die Zusammenkunft der aktiven Fanszene des FC St. Pauli der Polizei natürlich nicht verborgen. Erste Berührungspunkte mit der Polizei in der Derbywoche sammelten bereits rund 15 Sportliche des Kiezklubs, die am vergangenen Wochenende vermummt zwei Zivis angegriffen haben. Diese verschanzten sich in ihr Einsatzfahrzeug und forderten Verstärkung an, die später fünf mutmaßlich Beteiligte Sankt Paulianer festnahm.

Doch auch der Haufen von rund 300 Schwarz-Weiß-Blauen im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel soll alsbald auf den Radar der Polizei geraten sein, da man pyrotechnische Gegenstände abgebrannt haben soll. Die Polizei vermutet, dass sich beide Mobs aufeinander zu bewegen wollten und spricht deshalb von der Verhinderung einer möglichen Auseinandersetzung zwei Tage vor dem großen Derby. Für dieses werden im Übrigen 1.800 Polizeikräfte im Einsatz sein. Außerdem wurde ein kleiner Pufferbereich im Millerntorstadion eingerichtet, Kameras und Fangnetze hinzugefügt und das Stadion soll außerdem die vergangenen Nächte beleuchtet und überwacht gewesen sein, damit Fans vorab keine Pyrotechnik im Stadion unterbringen können. Anpfiff des prestigeträchtigen Hamburger Stadtderbys ist um 13:30 Uhr. Für alle HSV-Fans, die keine Karte für das Derby ergattern konnten, bietet der Hamburger SV Platz für ein Public Viewing im Volksparkstadion.

Fotos: Kurvennews, nordtribüne-hamburg.de | Kurvennews am 09.03.2019


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