Lazio-Fans drohen Atalanta Bergamo Ultras nach Europacup-Spiel in Frankfurt

Die Ultras von Lazio Rom scheinen das Auswärtsspiel in Frankfurt im Rahmen der Europa League am vorletzten Donnerstag nicht vollständig verkraftet zu haben. Rund um die 4:1 Niederlage für die Gäste aus der italienischen Hauptstadt kam es gleich zu mehreren Vorkommnissen. Am Vorabend des Europacup-Spiels streunerten beispielsweise einige motivierte Eintracht-Fans auf der Suche nach Gästefans durch das Bahnhofsviertel der Mainmetropole und wurden dabei offenbar in einer Kneipe fündig. Zu einer direkten Konfrontation der rund 50 Angreifer und 25 Lazio Rom Fans soll es laut der Polizei durch polizeiliches Einschreiten nicht gekommen sein.

Vor dem Spiel soll es im Zentrum Frankfurts hingegen zu einzelnen kleineren Vorfällen mit geringer Personenzahl gekommen sein, bei denen die Gästefans nicht allzu gut ausgesehen haben sollen. Am Gleisdreieck vor dem Waldstadion sollen sich dann am Abend des Spieltags rund 100 Heimfans vermummt und vereinzelt Steine auf Polizeikräfte geworfen haben, während auf der Gegenseite neun Laziali wegen des Mitführens von Messern und Pfefferspray festgenommen wurden und die gesamte Spieldauer über in der Zelle verbringen mussten. Im Inneren des Stadions organisierten die Frankfurter Ultras eine sehenswerte Choreografie und präsentierten im Verlauf des Spiels ein großes Transparent mit der Aufschrift »Lazio merda« (deutsch: »Scheiß Lazio«). Daraufhin wurden mehrere geklaute Fanutensilien der Gäste präsentiert, unter denen sich auch Szene-Klamotten der Lazio-Ultràgruppe »Irriducibili« und dessen Freunden von Wisla Krakau befanden.

Aus der Fanszene von Lazio Rom hieß es im Nachgang der Partie immer wieder, dass ausschließlich Familien und normale Fans angegriffen worden seien, was die Präsentation der geklauten Materialien widerlegen dürfte, sofern es sich bei diesen um unmittelbar um den Spieltag herum gezogene Klamotten handelte. Auch dürfte den Laziali die Anwesenheit einer doch etwas größeren Abordnung von Atalanta Bergamo Ultras gegen den Strich gegangen sein, die ihrerseits langjährige freundschaftliche Kontakte in die Frankfurter Ultràszene pflegen. Atalanta Bergamo und Lazio Rom gelten als große Rivalen, was auf die politischen Gegensätze zwischen den beiden Fanlagern zurückgeht. Verdeutlicht wurde dies durch eine Aktion von Lazio-Ultras beim Heimspiel gegen den AC Florenz nur wenige Tage nach dem Gastspiel in Frankfurt. So wurde auf der Ponte Flaminio, einer unweit des Stadio Olimpico liegenden Brücke über den Fluss Tiber, ein Spruchband mit der Aufschrift »In Germania con le famiglie fai quello “tosto”, ma a Bergamo con gli ultras resti nascosto! Atalantino verme per te ci son le lame!« angebracht. Umgangssprachlich ins deutsche übersetzt heißt das so viel wie: »In Deutschland gegenüber Familien den Harten machen, aber in Bergamo bleiben die Ultras versteckt! Atalanta du Wurm, für dich gibt es Messerklingen!« (bzw. […], wir stechen dich ab). Zum nächsten Aufeinandertreffen der beiden italienischen Klubs kommt es erst am Montag, den 17. Dezember in Bergamo. Wenige Tage zuvor gastiert Eintracht Frankfurt zum Rückspiel der Europa-League-Gruppenphase in Rom. Wohl auch in Begleitung einiger vermeintlicher »Würmer« von Atalanta Bergamo.

Rechts unten im Bild: Eintracht-Fans präsentieren Materialien von Lazio und Wisla über Bergamo-Zaunfahne.

Fotos: Ultras Network, Eintracht-Online.net | Kurvennews am 13.10.2018

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