Hansa Rostock Fans in Warnemünde & mit Strand-Choreografie

»Hansa geht heut’ beachen!« lautete das Motto, welches die »Suptras Rostock« für das gestrige Heimspiel gegen den KFC Uerdingen verkündeten. Im gleichen Atemzug wurde zu einem Treffpunkt am Teepott und dem nebenan stehenden Leuchtturm in Warnemünde aufgerufen, an dem Trikotpflicht herrsche und man getreu dem Motto alle Hansafans im Strandoutfit erwarte.

Am Morgen des gestrigen Spieltages versammelten sich dann tatsächlich zahlreiche Hansafans im wenige Kilometer außerhalb von Rostock und direkt an der Ostsee gelegenen Warnemünde, um dort gemeinsam und teils vermummt mit einer Bengalischen Fackel in der Hand durch den Hafen zu spazieren sowie auch passend zum Spieltagsmotto das »Arbeitslos wo andere Urlaub machen!« Banner auszupacken. Im Anschluss daran ging es gemeinsam per S-Bahn zum Ostseestadion nach Rostock, in dem zu Spielbeginn eine Choreografie auf der Südtribüne präsentiert wurde. Auch hier wurde sich wieder an dem Spieltagsmotto angelehnt und oberhalb eines »Das Schönste am Sommer sind wir an unseren Stränden« Banners kam eine ausgemalte Skyline von Warnemünde sowie beigefarbene Zettel als Sandstrand zur Geltung. Zu guter Letzt wurde ein in Tanktop, Fischerhut und Hansa-Badehose gekleideter Mann mit FCH-Handtuch über der Schulter zum Dach hochgezogen, der das Gesamtbild zu Beginn des späteren 1:1 Unentschiedens komplettierte.

In Anlehnung an das Strandmotto wurden auch ironische Spruchbänder wie »Möwen klauen nur den Touris das Fischbrötchen… Einheimische teilen mit ihren Mitbewohnern!« bzw. »Chef komm’ heute nicht… muss zum Strand fahren!« ausgerollt. Ebenso auch Transparente mit der Aufschrift »Keine Rettungsschwimmer für Sachsen« und »Allen Hansafans einen strandreichen Sommer!« Später war dann neben einem »All cops are bastards« Banner wie schon bei vergangenen Heimspielen im Ostseestadion ein großes »Nein zum SOG M-V« Banner zu sehen. Mit diesem sprechen sich die Ultras des FCH in aller Deutlichkeit gegen eine geplante Verschärfung des Sicherheits- und Ordnungsgesetzes des Landes Mecklenburg-Vorpommerns aus, das an und für sich äußerst umstritten ist. So kam beispielsweise der Landesdatenschutzbeauftragte in einer internen Stellungnahme zu der Erkenntnis, dass der neue Gesetzesentwurf klaren und präzisen Regelungen nicht gerecht werde und es Polizeibeamten kaum möglich mache, ihre Aufgaben ordnungsgemäß durchzuführen.

Wie in anderen Bundesländern sieht auch die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns vor, die Gesetze für Sicherheit und Ordnung aus fragwürdigen Gründen einer vermeintlichen Gefahrenabwehr zu verschärfen. Unter anderem würde die Polizei mit dem neuen SOG M-V die Befugnis erhalten sogenannte »Staatstrojaner« einzusetzen und damit über eine Software unbemerkt in Computer, Smartphones oder Tablets von Bürger einzudringen und dabei die Kommunikation zu überwachen. Um an jene Geräte überhaupt erst zu gelangen soll es nach richterlichem Beschluss für die Polizei erlaubt sein in die Wohnungen der Verdächtigen eindringen zu dürfen. Bislang war eine Onlinedurchsuchung bereits erlaubt – allerdings erst nach einer Straftat und nicht aufgrund eines reinen Verdachts im Vorfeld, was eine maßlose Willkür zur Folge haben könnte.

Fotos: Jan, instagram.com/treuotelli | Kurvennews am 12.05.2019


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