Grün-Weiße Choreo & Vorfälle mit Polizei in Bremer Ostkurve

Am Samstagnachmittag empfing der SV Werder Bremen die Fohlen aus Mönchengladbach im heimischen Weserstadion. Vor dem Spiel kam es in diesem zu einem größeren Aufmarsch von Polizeibeamten, die im Heimbereich gezielt Ausschau nach Tatverdächtigen hielt, die in den letzten Wochen Straftaten im Fußballumfeld begangen haben sollen. Unter anderem beziehen sich die polizeilichen Ermittlungen auf das Zeigen eines Spruchbands beim letzten Heimspiel gegen Bayer Leverkusen, auf dem »Mäurer du Arschloch!« geschrieben stand. Das im Bereich der »Wanderers Bremen« und »HB-Crew« gezeigte Transparent richtete sich gegen den den Bremer Innensenator Ulrich Mäurer, der sich in den vergangenen Jahren mehrmals negativ über Ultras äußerte und diese für diverse Gewalttaten verantwortlich machte. Die Ultras von »Caillera Bremen« forderten deshalb am Samstag mit einem Spruchband den Rücktritt von Mäurer.

Des Weiteren hielt die Polizei offenbar Ausschau nach Ultras die nach dem Pokalspiel in Lübeck (Beitrag dazu hier) an Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht am Bremer Hauptbahnhof beteiligt gewesen sein sollen. Aufgrund des Polizeieinsatzes im Heimbereich sollen die Bremer Ultràgruppen auf ihre Stände im Ostkurvensaal verzichtet haben. Um die Tatverdächtigen aus der Masse herauszufiltern soll sich die Polizei außerdem an den Materialeingängen positioniert haben, woraufhin die durchaus heterogene Bremer Ultràszene an einem Strang gezogen haben soll, geschlossen die Ostkurve betrat und so die Choreografie der »HB-Crew« mit Unterstützung der »Wanderers Bremen« gewährleistete.

Diese deckten die Ostkurve des Weserstadions mit grünen und weißen Pappen ein, über denen ein großes »Grün und Weiß für immer und ewig« Banner prangte. Nur ein paar Minuten nach der Präsentation der schlichten, aber dennoch nett anzusehenden Choreografie soll es dann im Heimbereich zu einem Zwischenfall zwischen Ultras und mutmaßlichen Hooligans gekommen sein. So hielten sich zwei, wie uns aus der Bremer Ultràszene zugetragen wurde, bekannte Personen aus dem Spektrum der rechtsgesinnten Hooligans um »Standarte Bremen« in der Ostkurve auf, die offenbar einen Plausch mit einem offensichtlich befreundeten Ordner hielten. Rund ein Dutzend Bremer Ultras soll sich deshalb aufgemacht haben, woraufhin es laut Polizeiangaben zu einer körperlichen Auseinandersetzung im Toilettenbereich gekommen sein soll. »Hierbei griffen ca. 15 Personen aus dem Bremer Fanlager zwei Zuschauer und einen Ordner an. Als weitere Kräfte des Sicherheitsunternehmens und der Bremer Polizei hinzukamen, flüchteten die Täter.« heißt es dazu in der Pressemitteilung der Polizei. In den letzten Jahren kam es beim SV Werder immer wieder zu Zwischenfällen von rechtsgesinnten Hooligans und antirassistischen Ultras, denen es gelang Rechtsradikale Werderfans aus der Ostkurve zu verbannen.

Aufgrund der Vorfälle, insbesondere aufgrund des Polizeieinsatzes, war die Stimmung auf der Heimseite sehr durchwachsen und nicht so farbenfroh wie sonst. So verzichteten alle Bremer Ultràgruppen während des Spiels auf den Einsatz von Schwenkfahnen und sonstigen Materialien und hangen ihre eigenen Zaunfahnen aus Protest kopfüber auf. Auch wurden lediglich zwei Spruchbänder gezeigt, von denen eins wie bereits erwähnt von »Caillera« an Innensenator Mäurer gerichtet wurde und ein weiteres der »Wanderers Bremen« mit der Aufschrift »Bullen in die Kurve damit die Kurve bebt! ACAB« Vom Niederrhein reisten rund 4.500 Fohlen in die Hansestadt Bremen und sahen in einem mit 43.100 Zuschauern ausverkauften Weserstadion ein 3:1 Auswärtssieg ihrer Mannschaft.

Fotos: Tom Hilgen, infamousyouth.org | Kurvennews am 12.11.2018

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