Große Pyroshow & Fäkalienfressender Dino von Dynamofans beim HSV

Gestern Abend gastierte die SG Dynamo Dresden beim Hamburger SV im Volksparkstadion, in das sich rund 8.000 Dynamofans an einem Montagabend aufmachen sollten. Bereits im Vorfeld wurde die Partie aufgrund des hohen Gästeaufkommens zu einem Hochsicherheitsspiel hochsterilisiert und auch vom Verband und Polizei als Risikospiel eingestuft.

Die Fans der SGD trafen sich größtenteils, wie vom »K-Block« aufgerufen, um 15 Uhr auf einem Supermarkt-Parkplatz im Hamburger Stadtteil Lurup, von wo aus man sich gemeinsam in Begleitung der einen oder anderen brennenden Fackeln sowie zahlreichen Polizeikräften zu Fuß auf den Weg ins rund 2,5 Kilometer entfernte Volksparkstadion machte. Die »Schwarz-Gelbe Hilfe« kritisierte hierzu, dass die Polizei unter anderem mit fünf Wasserwerfern eine enorme, wenig deeskalierende Präsenz gezeigt hätte und die Dynamofans ein 3 Meter breites Spalier von vermummten Beamten passieren musste. Trotz der hohen Polizeipräsenz blieb der Gästehaufen besonnen und vor und nach dem Spiel blieb es durchweg friedlich. Einzige kleine Ausnahme stellten offenbar wenige SGD-Anhänger dar, die auf einem Privatgrundstück uriniert haben sollen und deshalb mit dem Eigentümer aneinandergerieten. Der Vorfall, bei dem zwei Personen in ein Krankenhaus gebracht worden sein sollen, ereignete sich vor dem Spiel im Hamburger Stadtteil Billbrook.

Im Inneren des mit 46.924 Zuschauern gefüllten Volksparkstadions beeindruckten die Gäste dann mit einer imposanten Pyroshow, die sich über das gesamte Eck und beide Ränge des Gästebereichs erstreckte. Dem Vorausgegangen war ein Fahnenintro, welches sich über und unter der großen »Ultras Dynamo« Zaunfahne gut machte und aus zahlreichen schwarz-gelben Fähnchen bestand. Später spielten die Dynamofans dann wie schon beim Hinspiel (Beitrag dazu hier) auf den Dino an und malten diesen auf eine große Blockfahne. Durch die Blockfahne wanderten dann Fäkalien, die direkt im Mund des Dinos landeten, verdaut und anschließend wieder ausgeschieden wurden. An jenen Ausscheidungen kostete dann eine Zecke mit einem auf ihr abgebildetem Totenkopf, was wiederum für den Lokalrivalen des HSV, den FC St. Pauli stand.

Die Nordtribüne überzeugte nach der kürzlichen Auflösung der Ultràgruppe »Poptown Hamburg« und darauf erfolgtem Umzug der »Castaways« in das Zentrum hinter dem Tor mit einem geschlossenen und lautstarken Support im Volksparkstadion, zu dem die HSV-Szene vom Sportpub Tankstelle auf dem Kiez aufbrach. Die »Castaways« rollten während des Zweitliga-Duells zwei Spruchbänder aus. Zum einen stand auf einer Tapete »Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas«, was als lateinischer Sinnspruch auf mehreren bedeutenden Gebäuden in der Hansestadt Hamburg verewigt wurde und sich zugleich anhand der deutschen Übersetzung (»Die Freiheit, die die Väter erwarben, möge die Nachwelt würdig zu erhalten trachten«) jedoch auch unterschiedlich interpretieren lässt. In diesem Fall bezogen sich die lateinischen Worte auf die Hinterlassenschaften der mittlerweile aufgelösten Gruppen »Chosen Few« und »Poptown«. Zum anderen zeigten die »Castaways« ein weiteres Spruchband mit der Aufschrift »Ohne euch fehlt nichts im Staat – weg mit Dresden, Sachsen und dem Solidaritätszuschlag«, welches anhand des stets propagierten »Wessihasses« von Seiten einiger ostdeutscher Fanszenen sicherlich für den einen oder anderen Schmunzler gesorgt haben dürfte.

Außerdem präsentierten die Ultras des Hamburger SV noch etwas gezogenes Material von der Anhängerschaft der Sportgemeinschaft Dynamo Dresden und rieben den Gästefans eine alte Zaunfahne (Pirna SGD) unter die Nase. Geendet hat das gestrige auf den Rängen sehr unterhaltsame Duell mit einem 1:0 auf dem Rasen. Durch den Siegtreffer von Lewis Holtby in der 84. Spielminute steht der HSV nach wie vor auf dem ersten Platz der Zweitliga-Tabelle.

Fotos: Jokers Radeberg, Unterwegs in Sachen Fussball | Kurvennews am 12.02.2019


Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.