Gedenken um verstorbene TSG-Anhängerin & Rangeleien mit Polizei

Am Samstagabend trafen die TSG Hoffenheim und der FC Schalke 04 in der mit 30.000 Zuschauern gefüllten Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim aufeinander. Vor dem Spiel soll es zu einem kleinen Angriff einer ultràorientierten Hoffenheimer Fangruppe auf einen Neunsitzer gekommen sein, in dem jedoch keine Schalker Ultras sondern nur Kutten gesessen sein sollen. Die im Sprinter befindlichen Schalker gaben laut des Polizeiberichts Schalke-Fanlieder zum Besten, was den daran vorbeilaufenden Mob offenbar provozierte. Bis auf das Verbiegen eines Autospiegels schien der Angriff allerdings von keinem allzu großen Erfolg gekrönt gewesen zu sein.

Im Stadion wurde dann im oberen Bereich der Südkurve, in dem bis vor kurzem noch die dort befindlichen Fans im Gruppenbündnis 11hoch3 zusammenarbeiteten (Beitrag dazu hier), eine kleine Choreografie durchgeführt. Dieser galt mit Linda einer verstorbenen Anhängerin der TSG Hoffenheim, die sich rund um die aktive Fanszene bewegt haben und kürzlich nach schwerer Krankheit verstorben sein soll. Zur Trauer wurden neben einem RIP-Banner und einem Portrait des weiblichen Fans mehrere schwarze Luftballons in die Höhe gestreckt und der Stadionsprecher hielt für die verstorbene Anhängerin kurz inne.

Im weiteren Verlauf des Spiels präsentierten die »Young Boyz 07« noch ein Spruchband mit der Aufschrift »Durch den Verein das Image Sinsheims aufpolieren doch die Fans im Stadtbild nicht akzeptieren!«, mit der sich die ultràorientierten Fans über Beschwerden lokaler Politiker beschwerten, die Streetart der Hoffenheim-Fans kritisierten. Nach dem die Begegnung beim Stand von 1:1 abgepfiffen wurde, kam es außerhalb des Stadions zu einem weiteren Vorfall. Wie aus dem Polizeibericht zu entnehmen ist, soll eine Gruppierung nach dem Spiel in die Sinsheimer Innenstadt begleitet werden, aus der es mehrmals Beleidigungen gegen die Beamten gegeben haben soll, weshalb die Personalien einer Person festgestellt wurden. Aufgrund daraus resultierender Rangeleien setzte die Polizei Pfefferspray ein, wodurch vier Fans verletzt wurden und vor Ort behandelt werden mussten. Zwei Verdächtige mussten aufgrund des Verdachts des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte mit aufs Revier.

Außerdem ermittelt die Polizei gegen den Fahrer eines Lieferwagens, der in verdächtiger Weise um die Arena herum fuhr und deshalb von den Beamten angehalten wurde. Als diese den Fahrer befragen wollten, soll dieser die Polizeibeamten unvermittelt angegriffen und einen von diesen leicht verletzt haben. Außerdem sollen aus den Kassen des Stadion-Caterings mehrere tausend Euros entwendet worden sein. Während die Polizei in einem Kassenbereich bereits einen Täter ermitteln konnte, dauert die Ermittlung weiterer Täter noch an. Die Fans des FC Schalke 04 traten übrigens sehr lautstark in Erscheinung und stimmten sich bereits mit entsprechenden Gesängen auf das am kommenden Wochenende stattfindende Derby gegen Borussia Dortmund ein.

Fotos: Young Boyz 07, Crescendo Hohenlohe | Kurvennews am 03.12.2018

2 Kommentare

  1. Ähnlicher Gedanke. Bewusst provozieren, Bilder machen, sich groß darstellen, aber dann Weinen wenn man Pfeffer abbekommt. Man muss die “neue Ultra-Generation” erst mal verstehen. Nichtsdestotrotz scheint sich auch im beschaulichen Hoffenheim (endlich?) was zu tun. Kommerz hin oder her, scheint die langwierige Abhängigkeit wohl bald ein Ende zu finden und die Windeln werden ausgezogen

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