Gedenken an verstorbenen Chemnitzer Hooligan

Mit einem »Ruhe in Frieden, Tommy« Banner, einem weißen Kreuz und mehreren Trauerkerzen in der Form Bengalischer Fackeln, würdigte die Chemnitzer Fanszene am gestrigen Samstag einen verstorbenen Schlachtenbummler des Chemnitzer FC. Mit Thomas Haller verstarb im Laufe der Woche ein bekanntes Gesicht, dass insbesondere als führender Kopf und Gründungsmitglied der berüchtigten »HooNaRa« bekannt war. Die Chemnitzer Hooligangruppe, deren Abkürzung für Hooligans, Nazis und Rassisten stand, galt bis zu ihrer offiziellen Auflösung 2007 als eine der besten, wenn auch rechtsextremsten Gruppen Deutschlands.

Auf Wunsch direkter Wegbegleiter gehen wir nicht näher auf die Gründe für das Ableben Tommys ein, der von vielen Anhängern des Chemnitzer FC als Held und Kämpfer für dessen Heimatstadt bezeichnet wird. Bereits vor der Gedenkeinlage in der Mitte der Südkurve hielt das gesamte Stadion für eine Minute inne, während der Stadionsprecher ein paar Worte zu Thomas Haller verlor.  Bereits vor einigen Wochen prangte über der Zaunfahne der »Ultras Chemnitz« ein »Tommy, halte durch!« Banner. Auch wenn Tommy alias Thomas Haller früher dutzende Kämpfe gewann, schien er in diesem Fall seinen größten Kampf verloren zu haben.

Das 4:4 gegen die Volkssport Gemeinschaft Altglienicke vor 4.006 Zuschauern geriet für die aktiven Fans des Chemnitzer FC aufgrund des großen Verlustes in den Hintergrund. Für gewisse Aufmerksamkeit sorgte lediglich die Geste von Stürmer Daniel Frahn, der nach seinem Treffer ein Szene-Shirt mit der Aufschrift »support your local hools« in die Höhe hielt – offenbar eine Hommage an den Verstorbenen. Trotz des Unentschiedends gegen den Berliner Verein stehen die Himmelblauen nach wie vor unangefochten auf dem ersten Tabellenplatz der Regionalliga Nordost.

Fotos: fokusfischerwiese.com | Kurvennews am 10.03.2019


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