Freiburger Zugfahrt & Auseinandersetzung in Hoffenheimer Südkurve

Am Samstagnachmittag kam es in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena zum Bundesliga-Spiel zwischen der nordbadischen TSG Hoffenheim und dem südbadischen Sportclub Freiburg. Beide Fanszenen stehen sich aufgrund der geografischen Entfernung bzw. daraus resultierender Ablehnung zwischen Nordbaden und Südbaden rivalisierend gegenüber, weshalb das Duell durchaus als brisant galt. Gewissen Wind aus den Segeln nahm dabei die Freiburger Fanszene, die früh zur gemeinsamen Zugfahrt in den Kraichgau aufrief und an der auch alle aktiven Gruppen wie »Corrillo Freiburg«, »Natural Born Ultras«, »Immer wieder Freiburg« und die »Synthesia Ultras 79« teilnahmen. Bei letztgenannter Gruppe handelt es sich um eine zu Beginn der Saison erstmals in Erscheinung getretener Ultràgruppe beim SC Freiburg, deren Mitglieder aus mehreren Gruppen, insbesondere aber aus den »Natural Born Ultras« hervorgehen sollen. Seit Jahren schwelen Meinungsverschiedenheiten über der Freiburger Ultràszene, die sich in der Vergangenheit eher selten als homogener Haufen präsentierte. Wie sich das Gefüge auf der Nordtribüne Freiburg mit den »Synthesia Ultras« entwickeln wird, bleibt abzuwarten.

Im Gästeblock der Rhein-Neckar-Arena positionierten sich die Freiburger Ultràgruppen dann so, dass diese von einer gemeinsamen Höhe aus agieren konnten, was durch eine etwas geringere Auslastung des Gästebereichs problemlos möglich war. In diesem hatten die Ultras des SC Freiburg außerdem mehrere »50+1 erhalten!«-Fahnen aufgehangen, die wohl als klare Botschaft allgemein und an die Gastgeber zu verstehen waren. Während der Sportclub Freiburg e.V. als bodenständiger und mitgliedergeführter Fußballverein gilt, ist die TSG Hoffenheim das genaue Gegenteil und war eine der ersten Klubs, die ein großzügiges und zielgerichtetes Engagement eines Investors zuließ bzw. durch dieses überhaupt erst in den Genuss des Profifußballs kam.

Die Ultras der TSG Hoffenheim setzen sich seit Beginn an kaum kritisch damit auseinander, was angesichts der eigenen Vereinsgeschichte auch absolut paradox wäre. Viel eher muss sich eine Hoffenheimer Ultràgruppe aktuell mit einigen Stadionverboten auseinandersetzen, wodurch mehr Mitglieder vor den Toren als innerhalb des Stadions verweilen sollen. Betroffen ist davon das vor einem Jahr gegründete »Vicuskollektiv« (Bericht dazu hier), das von dutzenden Stadionverboten und von laufenden Ermittlungen betroffen sein soll. Aus diesem Grund wurde am vergangenen Spieltag ein großes Banner mit der Aufschrift »Ehre der Sek. SV!« präsentiert, welches über die eigene Zaunfahne und eine sich daneben neu befindliche »Jungs vor dem Stadion«-Zaunfahne gehalten wurde.

Nur wenige Meter dahinter sollen sich während des Spiels außerdem handfeste Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern aus dem Umfeld der Gruppe »Black Crew« und der »Sektion Kraichgau« entwickelt haben. Wie uns gegenüber mitgeteilt wurde, wechselte die »Sektion Kraichgau« zum ersten Heimspiel den Standort vom oberen in den unteren Bereich der Südkurve, was bei dort angestammten TSG-Fans wohl nur bedingt gut ankam. Während der Schritt von den Ultras gut geheißen worden sein soll, fühlten sich normale Fans von den Fahnen belästigt und besagte »Black Crew« soll kritisiert haben, dass die Zaunfahne der »Sektion Kraichgau« so aufgehangen wurde, dass diese die Sicht versperren würde. Anschließend soll es dann zu einer Rangelei, Würgegriffen und kurzzeitig ausgeteilten Schlägen gekommen sein, wobei auch einzelne Fanbekleidung und sogar Fahnenmaterial beschädigt wurde. So soll die kleine »Sektion Kraichgau« kurzerhand in zwei geteilt worden und in den Innenraum geworfen sein. Trotz der Vorkommnisse ist aus den Reihen der 2013 gegründeten »Sektion Kraichgau«, die überwiegend aus jüngeren Mitgliedern bestehen soll, zu vernehmen, dass man weiterhin im unteren Bereich der Südkurve bleiben möchte.

Update 04.09.2018: Entgegen den im Artikel eingebauten uns ursprünglich zugetragenen Behauptungen soll das Banner der »Sektion Kraichgau« nicht zerrissen und in den Innenraum entsorgt sein. Zudem soll es zwischen der Gruppe und den normalen Fans zu keinen Handgreiflichkeiten gekommen sein, wenngleich uns diese zuvor mehrfach bestätigt wurden. Ebenfalls sei richtigerweise angemerkt, dass die »Synthesia Ultras 79« nicht mit dem restlichen Haufen der Freiburger Ultràszene per Zug, sondern selbstständig über die Straße angereist sein soll.

Fotos: vicuskollektiv.de, nordtribuene.org | Kurvennews am 03.09.2018

4 Kommentare

  1. die Kommentarspalte explodiert. Selbst als Schwabe hat man die Spannungen zwischen Süd und Nordbaden mitbekommen. Damals Freiburg-Karlsruhe, die sich größtenteils in Ruhe gelassen haben – es aber trotzdem schon (früher) geknallt hat. Und mittlerweile sind es halt die Jungs aus Hoppelheim, der zumindest eine Freiburger Gruppe ordentlich Aufmerksamkeit geschenkt hat was diese nicht hochpushen soll, aber laut einigen Berichten (Auseinandersetzungen, Stadtbesuche etc) belegt wurde.

  2. Alter blubbert der Kommentator eine scheiße (tschuldigung für das Wort) Da platzt einem ja die Hutschnur. Rivalität zwischen Nord und Südbaden. Sag mal wo kommst du denn her? Aus dem Schabenland oder wie? Es ist Deutschland weit bekannt das niemand Hoppelheim und RattenBall mag.

  3. Ich habe den Text nicht Mal zu Ende gelesen, aber folgendes: Zwischen Nord- und Südbaden gibt es prinzipiell keine Spannungen.es ist das alte Spiel: Baden gegen Schwaben. Des weiteren sind nicht alle Gruppen mit dem zug abgereist, ganz im Gegenteil..und zu guter Letzt – und da habe ich dann auch aufgehört zu lesen: der Gästeblock im Stehbereich war Ausverkauft. Die unteren Reihen werden traditionell leer gelassen, was zu einem überfüllten oberen Bereich führt und auch jedes Jahr zu ärger führt.

    Bitte prüft eure Quellen…

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.