FC Bayern Fans machen sich für die Vereinsfarben Rot und Weiß stark

Es würde an den Haaren herbeigezogen klingen, wenn man den FC Bayern München und die Verbindung zu den Farben Rot und Weiß in Frage stellen würde. Die Vereinsfarben des Rekordmeisters sind überall bekannt, prägen die Geschichte des Klubs und die Fans identifizieren sich voll und ganz mit den Gründungsfarben Rot und Weiß.

Trotz dieses Selbstverständnisses, kommen mittlerweile Zweifel an einem Bewusstsein der traditionellen Vereinsfarben bei den Verantwortlichen des FC Bayern München auf. Diese entwarfen in Zusammenarbeit mit dem Ausrüster »adidas« in den vergangenen Jahren vermehrt Trikotvarianten, die von den traditionellen Vereins- bzw. zugleich auch Trikotfarben abwichen. Wurde Ende der 1960er Jahre erstmals ein Blauton mit in die Trikots eingeflochten, wurde diese Farbe, die man zwangsläufig eher mit dem Stadtrivalen TSV 1860 in Verbindung bringt, seitdem häufiger verwendet. Fast die gesamten 1970er und 1980er Jahre lief der heutige Rekordmeister zuhause und auswärts jeweils komplett in Rot bzw. komplett in Weiß auf.

Erstmals experimentierfreudig wurden die Bayern in den 1990er Jahren, als gold-grüne bzw. graue Trikots entworfen wurden. Noch spezieller wurde es 2013/14, als die Münchner auswärts in einem weißen Trikot und braunen Shorts in Trachten-Optik aufliefen. Immerhin eng mit der Geschichte und Kultur der bayrischen Landeshauptstadt verknüpft, stieß diese Variante aber auf positive Rückmeldung und auch an schwarze bzw. dunkelgraue Europapokal-Trikots konnten sich die Fans gewöhnen. Erst mit der Präsentation von einen mintgrünen Auswärtstrikot vor dieser Saison kam in der Südkurve und darüber hinaus die ganz große Kritik auf, da sich gänzlich von dem ersten Paragraphen der eigenen Vereinssatzung distanziert wurde. Verankert ist darin die klare Kennzeichnung, dass die Clubfarben Rot und Weiß sind.

An eben jenen Paragraphen erinnerten aktive Fans und Ultras des FC Bayern bei den vergangenen Spielen und insbesondere die Gruppe »Munich’s Red Pride« scheint sich der lautstarken Unmutsbekundung angenommen zu haben. So malte die ultràorientierte Fangruppe beispielsweise eine kleine Zaunfahne in Trikot-Optik und fiel mit einem großen »Die Clubfarben sind Rot und Weiss« Banner auf. Darüber hinaus wurde nun eine Art Kampagne unter dem Namen »Paragraph Eins« gegründet, mit der sich für ein Bewusstsein der Klubfarben stark gemacht werden soll. Ebenso wünschen sich die Initiatoren aus den unteren Reihen der Südkurve wohl eine Rückkehr zu roten und weißen Trikots, bei denen auf farbliche Experimente aus marketingtechnischen Gründen verzichtet wird. Bereits am heutigen Vormittag hatten 78 Gruppen und Fanclubs den Aufruf auf Facebook (https://m.facebook.com/ParagrafEins/), darunter auch alle aktiven Ultràgruppen des FC Bayern München, unterschrieben. Inwieweit sich die Marketingabteilung der FC Bayern München AG davon beeinflussen lässt, bleibt abzuwarten.

Fotos: suedkurve-muenchen.org, footballislife.blogsport.com | Kurvennews am 14.09.2018

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