Fanmarsch zu 120 Jahren SVW & Dementi zu Beteiligung an Antifa-Vorfall in Hannover

Am 4. Februar diesen Jahres feiert der 1899 als Fussballverein Werder gegründete SV Werder Bremen das eigene 120. Vereinsjubiläum. Zu diesem Anlass plant die Bremer Ultràgruppe »Caillera« einen großen Fanmarsch, der am Heimspieltag gegen den FC Augsburg am Sonntag, den 10. Februar vom Marktplatz zum Weserstadion ziehen soll.

In einer dazu veröffentlichen Bekanntmachung blicken die aktiven Werderfans auf die größten Erfolge ihres Sport-Vereins zurück, der unter anderem 1965 die Deutsche Meisterschaft gewinnen konnte oder 1992 mit Otto Rehagel als Trainer nach einem 2:0 über AS Monaco in Lissabon den Thron von Europa bestieg und sich als Europapokalsieger feiern durfte. Selbstverständlich findet auch der Doublegewinn 2004 unter Thomas Schaaf eine Erwähnung – ebenso wie Erfolge sonstiger Abteilung, über die der SV Werder Bremen in unterschiedlichsten Sportarten verfügt. Auch kritische Worte kommen in der Einladung von »Caillera« zum Vorschein, indem man auf die dunkleren Zeiten des SV Werder aufmerksam macht. So gehört neben den großen Erfolgen auch das Kapitel zwischen 1933 und 1945 zu den Grün-Weißen, die sich in der Zeit der Nationalsozialisten mächtig umstrukturieren mussten und unter anderem jüdische Vereinsmitglieder nicht mehr geduldet wurden.

Nichtsdestotrotz soll es am 10. Februar ein großes Fest werden, wenn die Werderfans »gemeinsam, bunt und lautstark durch die Stadt zum Stadion« ziehen. »Putzt euch raus, holt den feinen Werder-Zwirn aus dem Schrank und steckt euch noch ein wenig Taschengeld ein, um die kleine Überraschung zu erwerben, die wir für uns und euch vorbereitet haben. Wir sehen uns am Marktplatz!« heißt es von den Ultras hinsichtlich des angekündigten Fanmarsches abschließend, der von der Gruppe offenbar alleine geplant und organisiert wird.

Unabhängig von der Einladung zum Jubiläumsmarsch meldeten sich die Ultras der »Infamous Youth« zu Wort und weisen Vorwürfe an einer Beteiligung an dem Aufmarsch von rund 35 Antifaschisten beim Heimspiel von Hannover 96 (ausführliche Beiträge dazu hier) klar zurück. Aus der Hannoveraner Fanszene hieß es zum einen uns gegenüber, später dann noch einmal in einer deutlichen Stellungnahme (Beitrag dazu hier), dass sich unter anderem vereinzelte bekannte Ultras von Werder Bremen unter die Antifaschisten gemischt hätten, deren Ziel mit dem Verteilen von Flugblättern reine Propaganda gewesen sei. Entgegen einer Aufklärung über vermeintliche rechtsextreme Strukturen innerhalb der aktiven Fanszene von Hannover 96 seien die Personen der Kampagne »Hannover rechtsaußen« ausschließlich darauf bedacht zu provozieren und zu diffamieren, was das Fass nach einer neuerlichen Aktion offenbar zum Überlaufen brachte und sich Auseinandersetzungen zwischen Hannoveraner Ultras und den politisch-motivierten Personen entwickelten.

Infamous Youth zu den Anschuldigungen, es seien Werder-Ultras bei der Flugblatt-Aktion in Hannover beteiligt gewesen: »Da gezielte Fehlinformationen über eine angebliche Anwesenheit von Personen aus unserem Umfeld bei den Vorfällen vom letzten Hannoverspiel am 22.12.18 verbreitet wurden, wollen wir hiermit klarstellen, dass sich unter den angegriffenen Antifaschist*innen keine Person von uns befand. Unsere Gruppe war zum besagten Zeitpunkt beim Werderspiel in Leipzig. Grundsätzlich stehen wir allen Betroffenen von rechter Gewalt aber solidarisch zur Seite!«

Fotos: caillera.net | Kurvennews am 07.01.2018


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