Fanmarsch, Choreografien & Pyro bei Holstein Kiel auf Sankt Pauli

Seit einem Überfall auf ein Bus der aufgrund der Vorfälle aufgelösten Ultras von »Supside Kiel« und deren Nachwuchsgruppe »MariTeam«, gelten die Duelle zwischen Holstein Kiel und dem FC St. Pauli als besonders brisant. Aufgrund dessen wurde die gestrige Partie auch als Risikospiel eingeläutet, zu dem die Kieler Fanszene einen Treffpunkt am Hans-Albert-Platz unmittelbar an der Reeperbahn ausrief (Beitrag dazu hier). Für Fans des Hamburger SV dürfte dies eine kleine Provokation dargestellt haben, ist doch mittlerweile Einigen bewusst, dass es sich bei der Südseite der Reeperbahn um fest abgestecktes HSV-Gebiet handelt und sich nur wenige Meter vom Hans-Albert-Platz entfernt die bekannte Fankneipe Sportpub Tankstelle befindet.

Am Spieltagsmorgen fanden sich rund 300 Holstein-Fans am Hans-Albert-Platz ein und wurden an diesem von dutzenden Polizeikräften in Empfang genommen. Durch den öffentlichen Aufruf bestens vorbereitet, eskortierten die zum Teil berittenen Beamten den Gästetross in Richtung Millerntor-Stadion und unterbanden damit jegliche möglichen Zusammenstöße mit Fans des FC St. Pauli. Diese hatten für das Heimspiel gegen die Störche eine Choreografie vorbereitet, die unter dem Motto »Auf ewig deine treue Garde« präsentiert wurde. Zusammengesetzt hatte sich die Einlage aus einer braun-weiß-roten Ultras-Blockfahne und braunen sowie roten Fahnen links und rechts davon. Auf der Ostseite des Millerntor-Stadions feierten sich die Fans des »Supportblock Gegengerade« zudem als fünf Jahre alt gewordene Choreoaffen und fertigten für das eigene Jubiläum ein entsprechendes Banner an.

Im Gästebereich fanden sich zum Anstoß der Partie circa 3.000 Holsteiner ein, die ebenso wie die Südkurve, den Gästeblock mit einer breiten Blockfahne überspannten. Neben einer Abbildung des Wappens von Schleswig-Holstein, wurde unterhalb der blau-weiß-roten Blockfahne ein langes »Der echte Norden ist Blau-Weiß-Rot!« Banner angebracht. Ergänzt wurde die Choreografie der Gästefans durch das Zünden von blauen, weißen und roten Rauchfackeln, die den Gästeblock des Millerntor-Stadions für einen kurzen Moment einnebelten. Auf dem Rasen des mit 29.546 Zuschauern ausverkauften Millerntor-Stadions gelang es den Kiezkickern trotz guter Leistung auf dem Platz nicht den entscheidenden Führungstreffer zu erzielen. Stattdessen waren es kämpferische Störche, die in der 59. Minute das 1:0 erzielten und dadurch den Auswärtssieg in der Freien- und Hansestadt Hamburg eintüten konnten. Unter dem Strich soll es rund um die Zweitliga-Begegnung weitgehend ruhig geblieben sein. Lediglich ein Polizist soll am Hans-Albert-Platz vor dem Spiel eine volle Bierdose an den Helm geworfen bekommen haben.

Fotos: calcio-culinaria.de | Kurvennews am 28.10.2018

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