Fahnenmeer & Rauch zum Saisonabschluss in Bremen

Vor dem Heimspiel gegen RB Leipzig riefen die Ultràgruppen »UltrA-Team Bremen«, »L’Intesa Verde«, »Caillera«, »Infamous Youth«, »Ultrà Boys«, »Wanderers Bremen« und die HB Crew den ersten Fahnentag in der Ostkurve des Weserstadions aus. »Egal ob in den 1980er selbst genäht oder in der Meistersaison gekauft – Grün und Weiß ist unser Leben, also lasst uns unsere Farben am letzten Spieltag gemeinsam ins Stadion tragen, um unserer Mannschaft vielleicht den nötigen Schub Richtung Europa zu geben!« hieß es diesbezüglich von den Ultràgruppen des SV Werder Bremen, der in dieser Saison für Furore sorgte und am letzten Spieltag mit etwas Beteiligung paralleler Spiele noch das Ticket für den Europapokal lösen konnte.

Ein paar Minuten vor Spielbeginn waren dann zahlreiche Fahnen in der Ostkurve auszumachen, die sich dadurch in Ober- und Unterrang ansehnlich in Grün und Weiß präsentierte. Später wurde in der Bremer Kurve auf die kommenden Wahlen am Sonntag aufmerksam gemacht und in Zuge dessen von »IY« über eine Demo gegen Rassismus und Rechtsradikalismus« am Vortag auf dem Ziegenmarkt informiert. »Caillera« wählt am 26.05. hingegen »Mäurer raus« und damit gegen den in der Bremer Ultràszene äußerst unbeliebten Innensenator des Landes Bremen, Ulrich Mäurer. Die »Hansestadt Breme Crew« sprach sich indes auch am letzten Spieltag gegen die türkisfarbenen Auswärtstrikots aus und forderte bezüglich der Trikotgestaltung für die nächste Saison aus Fehlern zu lernen und die blauen Trikots zu entfernen. Ebenso machten sich Bremer Gruppen über den misslungenen Wiederaufstieg des Hamburger SV in die Bundesliga lustig. »Caillera» und die »Wanderers« dabei jeweils mit Anspielungen auf Gesänge des Rivalen (»HahahaHSV« und »Für immer 2. Liga HSV?«), während die »Ultra Boys« eine Tapete mit der Aufschrift »Verreckt in Liga 2 – ihr Bastarde«.



Auch die üblichen Seitenhiebe gegen die Roten Bullen blieben am letzten Saisonspiel im Weserstadion aus. »Football is for you and me and not for fucking industry«, »RB Leipzigs Tradition ist reine Illusion« und »10 Jahre RB – doch die Tradition fehlt für immer« zeigten auf, wie wenig Akzeptanz das Konstrukt trotz mittlerweile gefeiertem zehnjährigen Klubbestehen in der Anhängerschaft des SV Werder besitzt.

Auf dem Rasen gewannen die Grün-Weißen dank eines Treffers von Claudio Pizarro – der für ein weiteres Jahr Profi in Bremen bleiben wird – mit 2:1. Trotz des Heimsieges reichte es tabellarisch gesehen nur knapp nicht nach Europa. Nichtsdestotrotz wurde die Mannschaft von den SVW-Fans lautstark gefeiert und die Werder-Ultras läuteten mit den Anpfiff eine neue Epoche ein. »Das war erst der Anfang – der SVW ist wieder da!« hieß es auf in großen Lettern im mittleren Bereich der Ostkurve, in der dichter grüner Rauch zur optischen Untermalung eines äußerst versöhnlichen Saisonabschlusses gezündet wurde.

Fotos: Infamousyouth.org | Kurvennews am 24.05.2019


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