Ermittlungsverfahren wegen 5€ Parkgebühr für FCN-Fan nach Auswärtsspiel

Es klingt fast wie ein schlechter Scherz, was die »Rot-Schwarze Hilfe« gestern veröffentlichte. So beschreibt die Fanhilfe des 1.FC Nürnberg einen kürzlichen Fall eines Ermittlungsverfahrens, welches gegenüber einem Anhänger des FCN eingeleitet wurde. Diesem wurden Nötigung und Hausfriedensbruch vorgeworfen, nachdem der Fan des 1.FC Nürnberg beim Auswärtsspiel in Ingolstadt sein Pkw auf einem Parkplatz abstellte.

Wie die »Rot-Schwarze Hilfe« beschreibt, sei dem Glubbfan, der die Autokolonne aus 30 bis 40 Fahrzeugen in die Donaustadt anführte, nicht ersichtlich gewesen, dass es sich an dem erspähten Parkplatz um einen gebührenpflichtigen Parkplatz handeln würde. Angekommen und das Auto gerade abstellend, wurde der Fahrer von einem Parkwächter auf die zu zahlende Gebühr von 5 Euro aufmerksam gemacht. Zwar sei dies nirgends gestanden und sei auch sonst nicht ersichtlich gewesen – nichtsdestotrotz entschuldigte sich der FCN-Fan und entrichtete anstandslos und unmittelbar die von ihm verlangte Parkgebühr.

Rund zwei Monate später soll der Fahrer nicht schlecht gestaunt haben, »als er etwa zwei Monate später eine Vorladung zur Beschuldigtenvernehmung in seinem Briefkasten vorfand. Nötigung und Hausfriedensbruch waren die im Raum stehenden Vorwürfe«, so die »Rot-Schwarze Hilfe« zu dem Fall, die abschließend resümiert: »Zwar wurde dieses Ermittlungsverfahren etwa weitere drei Monate später von der Staatsanwaltschaft eingestellt, da das angezeigte Verhalten keinen Straftatbestand erfüllte: Ein fader Beigeschmack bleibt nichtsdestotrotz. Es erscheint schwer vorstellbar, dass ein solch belangloses, alltägliches Geschehen von unseren Ermittlungsbehörden auch ohne Fußballbezug derart engagiert verfolgt würde. Dieses Beispiel zeigt uns wieder eines: Wenn es um Fußball geht, ist kein Aufwand zu groß. Überlastete Polizei und Justiz – Fehlanzeige! Nachdem längst ein Sonderstrafrecht für Fans eingeführt wurde, ist sich der Staatsapparat für nichts zu schade, um die Zahl der Strafanzeigen mit Fußballbezug zu steigern, denn in die jährlichen Statistiken (z. B. ZIS-Bericht) fallen natürlich auch solche verbrecherischen Handlungen!«

Immer wieder kommt es zu umstrittenen Ermittlungsverfahren gegenüber Fußballfans, die wohl nur selten, und wenn niemals in dieser Gründlichkeit, eingeleitet werden. Ein passendes Beispiel aus diesem Jahr lieferte das Amtsgericht Augsburg, das vier Fans von Hannover 96 zu Geldstrafen von insgesamt 27.000 Euro verurteilte. Entgegen eines zunächst in den Sinn kommenden schweren Verbrechens sind diese beim Auswärtsspiel in der Fuggerstadt lediglich schwarz gefahren. Die Straßenbahnfahrt hätte pro Person ursprünglich knappe 1,50 Euro gekostet.

Fotos: brc08.de | Kurvennews am 22.10.2018

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