Doppelhalter-Intro, Lob für Präsidenten & blau-gelbe Choreo in Cottbus

Am letzten Samstag kam es im Stadion der Freundschaft zum Kellerduell zwischen dem FC Energie Cottbus und Eintracht Braunschweig. Die aktiven Fans des FC Energie läuteten das Drittliga-Duell mittig der Nordwand mit einem Doppelhalter-Intro ein. Hinter den übergroßen Doppelhaltern, die gemeinsam den Vereinsnamen »Energie Cottbus« ergaben wurden mehrere rot-weiße Fahnen geschwenkt und damit farbenfroh ins Spiel gestartet. Die etwas mehr als 500 Gästefans aus Braunschweig wussten indes mit einer Fahnen- und Wimpelchoreo zu gefallen, die anlässlich des Geburtstages des Braunschweiger Turn- und Sportvereins präsentiert wurde. Auf den Tag genau wurden die Löwen vor 123 Jahren am 15. Dezember 1895 als Fußball- und Cricket-Club Eintracht Braunschweig gegründet, was die BTSV-Ultras so auch auf einen übergroßen Wimpel als kleine Blockfahne schrieben.

Bevor das Spiel zwischen Energie Cottbus und Eintracht Braunschweig überhaupt begann, wurde im mit 6.020 Zuschauern gefüllten Stadion der Freundschaft noch Michael Wahlich verabschiedet. Der Präsident übernahm das Amt nach dem Abstieg des FCE vor zweieinhalb Jahren und machte sich mit seiner offenen und bodenständigen Art schnell Freunde innerhalb der Anhängerschaft des Klubs. »Offen, ehrlich, transparent – wir sagen Danke Herr Präsident!« war diesbezüglich ebenso wie ein »Danke Micha Wahlich« Transparent auf der Nordwand zu lesen. Bei seiner Verabschiedung bedankte sich der Unternehmer vor allem bei den aktiven Fans in der Kurve und bezeichnete diese als die Größten, die er gerne noch weiter begleitet hätte. Wenige Tage vor seiner Verabschiedung im Rahmen des Heimspiels am letzten Samstag lüftete Wahlich noch ein Geheimnis, welches das positive Bild seiner Person nur noch einmal bestätigte. So kam bei der Jahresendabrechnung 2016 ein fehlender Betrag von 500.000 Euro auf, die die Lausitzer zu diesem Zeitpunkt nicht selbst decken konnten. Der offene Betrag wurde damals durch einen »ziemlich besten Freund« übernommen, wie Wahlich erklärt hatte, bei dem es sich wie nun offenbart letztlich um ihn persönlich handelte. Anstatt selbst den großen Ruhm einzuheimsen, verhinderte er durch die Ausstellung von Genussscheinen in Höhe von 500.000 Euro klammheimlich die Insolvenz und schaffte es anschließend mit dem Klub wieder in die 3. Liga zurückzukehren. Die Ultràgruppe »Ultima Raka« dazu während des Spiels auf einem weiteren Transparent: »Wenn ich meinem Enkelsohn etwas schenke, was er schon hat, schaut der seinen Opa komisch an«.

Sportlich betrachtet war das Heimspiel gegen den Mit-Abstiegskonkurrenten aus Braunschweig ein Graus für Energie. Mit der 1:0 Niederlage gegen die Braunschweiger Eintracht verloren die Gastgeber ein wahres 6-Punkte-Spiel was die »Fanszene Energie Cottbus« ernüchternd wie folgt beschreibt: »Bittere Pleite im Sechs-Punkte-Spiel! Mit dieser Schlagzeile lässt sich das Geschehen vom Sonnabend wohl am besten zusammen fassen, bei dem uns die eigentlich fest eingeplanten 3 Punkte im Abstiegskampf flöten gingen. Zwar konnte man der Mannschaft gerade zu Beginn den Willen nicht absprechen, aber wenn man sich zum Teil mit lediglich einem langen Ball mehrfach komplett überspielen lässt, muss man sich über eine Schlappe nicht wundern. Dass dann auch ein Handelfer verweigert wird und das Tor des Tages ein Eigentor ist, rundet das unglückliche Bild ab. Auf den Rängen sorgte dies mit Ausnahme des anständig gefüllten Gästeblocks dementsprechend für lange Gesichter, da man dem Abstiegsgespenst nun wieder mitten in seine hässliche Visage schaut. Lässt sich nur hoffen, dass in Rostock uns das Glück wieder etwas holder ist…«

Fotos: Lichtpunkt Fotografie | Kurvennews am 21.12.2018


Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.