DFB setzt auf Dialog & verzichtet vorerst auf Kollektivstrafen

Am heutigen Mittwochvormittag teilte der Deutsche-Fußball-Bund in einer Mitteilung mit, gemeinsam mit den Fans in den Dialog treten zu wollen und vorerst keine Kollektivstrafen mehr zu verhängen.

Reinhard Grindel, Präsident des größten Fußballverbandes der Welt, wird darin mit den Worten »Mich hat es in den vergangenen Wochen und Monaten sehr betroffen gemacht, dass es im Zusammenhang mit Fußballspielen zu martialischen Aufmärschen, Kriegserklärungen und menschenverachtenden Aktionen gegen Mannschaften und deren Fans gekommen ist.« zitiert. Dem fügt Grindel allerdings an, dass »Deutschland um seine gute Stimmung in den Stadien beneidet« werden und »Fankulturen mit ihren beeindruckenden Choreografien, kreativen Aktionen in den Stadien und gesellschaftlichem Engagement außerhalb« eine einzigartige Atmosphäre schaffen würden.

Um seinem Gesprächsangebot mit den Fanszenen zu untermauern und eine Basis dafür zu schaffen, empfiehlt der DFB seinem Kontrollausschuss auf drastische Strafen zu verzichten. Damit eingeschlossen sind Teilausschlüsse, die Sperrung ganzer Blöcke oder Geisterspiele, die allesamt unter die Kollektivstrafen fallen. Damit entzürnte der Verband in den vergangenen Monaten neben den aktiven Fangruppen auch einige gemäßigtere Zuschauer, die unter den Strafen und Verboten zu leiden hatten.

Auch wenn diverse Gesprächsangebote etwas skeptisch zu sehen sind, scheint das Angebot von Grindel und dem Deutschen-Fußball-Bund ernst gemeint zu sein. Ende Juli kam es bereits zu einem Treffen zwischen einigen Gruppenvertretern und Rainer Koch, Funktionär beim DFB-Sportgericht und Präsident des Bayrischen Fußball-Verband. Grund für das plötzliche Umdenken dürfte mitunter die massive Kritik in den vergangenen Spielen gewesen sein, in denen es zu zahlreichen »Scheiß DFB« Wechselgesängen kam und Ultràszenen entsprechende Banner zeigten.

Fotos: der-betze-brennt.de, suedkurve-muenchen.org | Kurvennews am 16. August 2017

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