DFB ermittelt trotz behördlich erlaubter Pyroshow bei Wildparkstadion-Verabschiedung

Erneut treibt sich der Deutsche Fußball Bund in Gefilden herum, die eigentlich nicht in den Zuständigkeitsbereich des größten Fußballverbandes der Welt fallen. Damit wird nun der drittklassige Karlsruher SC konfrontiert, der am vergangenen Wochenende noch feierlich und emotional das eigene Wildparkstadion verabschiedete (Beitrag mit Fotos und Videos hier), welches nach und nach einer großen Arena weichen wird.

Um die 63 turbulenten Jahre im alten Wildparkstadion gebührend hinter sich zu lassen, organisierte der Verein gemeinsam mit der Fanszene ein großes Rahmenprogramm rund um das Heimspiel gegen die Würzburger Kickers. Unter anderem wurden nach dem Spiel ehemalige und verdiente Spieler des Karlsruher SC geehrt, ehe rund 45 Minuten nach Abpfiff der Partie dutzende Bengalische Fackeln auf der Laufbahn des Stadions gezündet wurden. Das daraus entstandene sehr imposante Bild wusste nicht nur den Stadionbesuchern, sondern auch etlichen weiteren Personen zu gefallen, die von der feurigen Abschiedszeremonie mitbekamen.

Wegen dieser ermittelt nun der DFB und möchte prüfen inwieweit der Karlsruher SC mit der beeindruckenden Pyroshow gegen von Verbandsseite aus bestehendes Verbot verstoßen hat. Beim KSC sorgt die im Zuge deshalb geforderte Stellungnahme gegenüber dem Deutschen Fussball Bund für große Verwunderung. Wie liga3-online.de berichtet, soll die Stadionverabschiedung als Zweitveranstaltung am vergangenen Samstag angemeldet worden sein, weshalb es sich nicht um ein Pyro-Vergehen bei der Drittliga-Partie handeln könnte. Dieses, so sei man zumindest ausgegangen, wurde mit dem Abpfiff, der Pressekonferenz und einer Durchsage des Stadionsprechers formal und ordnungsgemäß beendet. Darüber hinaus wurde von Seiten der Feuerwehr, der Polizei, dem Bauordnungsamt, dem Ordnungs- und Bürgeramt sowie dem städtischen Eigenbetrieb Fußballstadion im Wildpark ein behördliches Einvernehmen für die von den »Supporters Karlsruhe e.V.« angemeldete Veranstaltung ausgestellt worden.

Sollte sich der Deutsche Fussball Bund erneut für einen Zuständigkeitsbereich verantwortlich sehen, über den eigentlich höhere Instanzen entscheiden, könnte dies für den Karlsruher SC ziemlich teuer werden. Zu Beginn der Saison führte der Verband einen einheitlichen Strafenkatalog ein, durch den mehr Transparenz zum Nachvollziehen der ausgesprochenen Strafen geschaffen werden soll. Eine Bengalische Fackel kostet beispielsweise für einen Drittligisten 350 Euro, was bei einer dreistelligen Anzahl an abgebrannter Fackeln eine Geldstrafe mindestens 35.000 und vermutlich noch eine weitaus höhere bedeuten würde.

Die »Supporters Karlsruhe« weisen im Übrigen jegliche Einmischung und Ermittlungen des Deutschen Fussball Bundes zurück. »Wir sind überrascht, dass der Verband hier bewusst eine Konfrontation mit dem KSC sucht. Einzig allein wir als Veranstalter wären der richtige Adressat für Fragen des Verbandes, denen gegenüber wir wiederum aufgrund deren Nichtzuständigkeit nicht aussagepflichtig sind. Wir werden die weiteren Schritte des Verbandes beobachten und ggf. auch rechtlich über ordentliche Gerichte dagegen vorgehen! Unsere Veranstaltung. Unsere Spielregeln.« heißt es dazu von dem Karlsruher Fanzusammenschluss, die sich genau wie der KSC äußerst verwundert über die eingeleiteten Ermittlungen des DFB zeigt.

Hier den Bericht vom emotionalen Abschied des Wildparkstadions lesen.

Fotos: K. Littmann | Kurvennews am 07.11.2018

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