Chemnitzer FC schließt mehrere Tribünenteile

Aufgrund einer hohen Schuldenlast und eines daraus resultierenden Insolvenzantrags, wurden dem Chemnitzer FC zum Ende der vergangenen Saison neun Punkte abgezogen, weshalb dieser aus der dritten Liga absteigen musste (Beitrag dazu hier). Die komplette Talfahrt konnten die Himmelblauen immerhin abwenden und werden für die kommenden Spielzeit in die Regionalliga Nordost eingruppiert, in der mit dem BFC Dynamo, 1.FC Lok Leipzig, Babelsberg 03 oder Mitabsteiger Rot-Weiß Erfurt immerhin eine Handvoll nahmhafter Vereine auf den DDR-Meister von 1967 wartet. Nichtsdestotrotz wird sich für den Chemnitzer FC einiges ändern und es muss sich auf einen sinkenden Zuschauerschnitt eingestellt werden, da Heimspiele gegen Fürstenwalde oder Meuselwitz voraussichtlich nicht annähernd so viele Besucher anlocken werden, wie Ostduelle gegen Rostock, Zwickau oder Halle.

Aus diesem Grund entschied sich der CFC nun dazu mehrere Bereiche im Stadion Chemnitz für die kommende Saison dicht zu machen, um so Personal- und Verwaltungskosten bei Heimspielen mit eher geringerem Zuschaueraufkommen senken zu können. Neben den zwei äußeren Blöcken der Haupttribüne betrifft das auch die Heimblöcke der Nordtribüne, auf der auch der Gästesektor untergebracht ist. Die Gegengerade und Südkurve, auf der sich die Ultras und aktiveren Fans des Chemnitzer FC positionieren, sind von den Kosteneinsparungen hingegen nicht betroffen. Diese dürfen sich im Übrigen auf eine kleine Reduzierung der Kartenpreise freuen und zahlen in der Regionalliga nur noch zehn anstatt zwölf Euro für einen Stehplatz. Auch der Preis der Dauerkarte ist im Vergleich zum letzten Jahr etwas gesunken, wenngleich dies aufgrund des Abstiegs auch zu erwarten war.

Trotz dieser immerhin kleinen erfreulichen Nachricht – wenn auch fast schon Selbstverständlichen – beschäftigt die Fans und Ultras des CFC gerade andere Probleme. So feuerte Insolvenzverwalter Klaus Siemon Aufsichtsrats-Chef Uwe Bauch und Präsident Andreas Georgi, die der »Fanszene Chemnitz e.V.« als »loyale, fannahe und bodenständige Ansprechpartner bekannt« gewesen sein sollen. Auch von Seiten der gesamten Anhängerschaft soll viel Vertrauen in die beiden Betroffenen gesteckt worden sein, weshalb der »jetzige Schritt ist aus unserer Sicht unfassbar kontraproduktiv« sei, so der »Fanszene Chemnitz e.V.«. »Sollte es das Ziel von Klaus Siemon sein, den Verein schnellstmöglich in eine Ausgliederung zu führen, verurteilen wir dieses Ansinnen aufs Schärfste.« heißt es von dem Zusammenschluss vieler CFC-Fans weiter, der den Ablauf eines vor wenigen Tagen abgehaltenen Fanclubabends als Farce bezeichnete. »Der Vorstand des „Fanszene Chemnitz e.V.“ hatte gehofft, dass man an dieser Stelle die vielen offenen Fragen der Fans und Mitglieder des CFC zumindest ein Stück weit beantworten kann. Leider gestaltete sich die gestrige Veranstaltung anders« heißt es dazu von der »Fanszene Chemnitz«, einleitend, die bemängelt, dass bei entscheidenden Fragen nur ausweichend bzw. überhaupt nicht geantwortet wurde, in Folge dessen 80 der 110 anwesenden Fanclubvertreter die Veranstaltung in den VIP-Räumen des Stadions verlassen haben sollen. Eben jene Fragen, die am vergangenen Mittwoch nicht mehr gestellt werden konnten, listet der »Fanszene Chemnitz e.V.« auf der eigenen Website auf und reicht diese zu einer ausführlichen Beantwortung an den Verein weiter.

Beispielfoto: Leere Ränge auf der Nordtribüne | cfc-fotos.de

Fotos: cfc-fotos.de | Kurvennews am 23.07.2018

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.