Chemnitzer FC Fans mit Baywatch-Mottofahrt

Erster gegen Vorletzter hieß es gestern in der Regionalliga Nordost, als der Chemnitzer FC bei Germania Halberstadt gastierte. Gebrandmarkt sind die Fans des CFC aktuell durch die unrühmlichen Ereignisse in Chemnitz, wo tausende Menschen auf die Straße gingen und neben lautstarken Protesten auch vereinzelt Jagd auf Menschen mit Migrationshintergrund machten. Hintergrund der Aufmärsche war ein schockierender Vorfall auf dem Chemnitzer Stadtfest in der vergangenen Woche, als es nachts zu einer Messerattacke auf drei Mitte Dreißigjährige kam, wovon einer nur wenige Stunden nach der Tat seinen schweren Stichverletzungen erlag. Bereits wenige Stunden später rief unter anderem die sportlich-orientierte Gruppe »Kaotic Chemnitz« zu einem Protestmarsch auf, der medial hohe Wellen schlug und zu einer Zusammenrottung von mehreren hundert Menschen führte.

Durch den Bezug der Gruppe zur aktiven Chemnitzer Fanszene werden auch die Ultras der Himmelblauen in den Fokus gerückt und vielerorts kritisiert. Einerseits wird diesen ein Mittragen der rechten Proteste vorgeworfen, zugleich aber auch eine fehlende Distanzierung von all jenen in den eigenen Reihen, die bei den Aufmärschen in den letzten Tagen anwesend waren. Aus der Chemnitzer Fanszene erfuhren wir, dass sich neben der offenkundigen Beteiligung zahlreicher Hooligans zwar auch ein paar ältere Mitglieder der Fanszene an den Protesten beteiligten – die Ultràszene sich hingegen sehr bewusst zurückgehalten habe und diverse Zusammenkünfte in Anbetracht der ungeklärten Ereignisse eher kritisch sieht. Der »Fanszene Chemnitz e.V.« nahm zu den Vorfällen überdies kurz Stellung, kann Wut und Trauer nach dieser abscheulichen Tat absolut nachvollziehen, distanziert sich allerdings klar von jeder Art von Gewalt oder Extremismus.

Zurück zum Sportlichen. Hier konnte der Chemnitzer FC mit einem 4:2 Sieg einen weiteren Sieg einfahren und steht dadurch mit 18 Punkten aus sechs Spielen souverän auf dem ersten Platz der Regionalliga-Nordost-Tabelle. Begleitet wurde der CFC von rund 500 Fans, die sich unter die 976 Zuschauer mischten. Die aktiven Fans wussten auf den Gästestufen des Friedensstadions mit einer Baywatch-Mottofahrt zu gefallen, für die sich in Anlehnung an den US-amerikanischen Film in rote Badehosen geworfen wurde. Außerdem trugen die Ultras einheitliche schwarze Mottoshirts und blau-weiße Fischerhüte, neben denen einige Plastikpalmen und Wasserbälle mitgebracht wurden. Wirkliches Strandwetter hatte es in Sachsen-Anhalt zwar keins, das tat dem Gästehaufen bei einem lockeren Auftritt allerdings keinen Auftritt, der zu Beginn mit einer roten Rauchwolke eingeläutet wurde.

Fotos: fokusfischerwiese.com, Rasenobjektiv | Kurvennews am 03.09.2018

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