Busempfang & große Choreografien in Augsburg gegen RB

Am Dienstagabend kam es zum erneuten Pokalduell zwischen dem FC Augsburg und RB Leipzig, die sich nach 2011 und 2013 ein drittes Mal im Pokalwettbewerb gegenüberstanden. Die Augsburger Ultras machten im Vorfeld für ein gemeinsames Einsingen auf dem Stadionvorplatz und einem Busempfang mobil, womit der Mannschaft kurz vor Anstoß des Viertelfinales die letzte Motivation herausgekitzelt werden sollte. Dass man gemeinsam an einem Strang ziehen möchte bewiesen am vergangenen Freitag verschiedene Fanclubs der Ulrich-Biesinger-Tribüne, die die Mannschaft nach dem Abschlusstraining vor dem Auswärtsspiel in Nürnberg (Beitrag zum Spiel mit Choreografien im Max-Morlock-Stadion hier) besuchten.

Trotz einer deutlichen Niederlage am Wochenende pochte man am Dienstagabend auf einen erneuten Sieg über die roten Bullen aus Leipzig, die von rund 1.500 Anhängern in die Fuggerstadt begleitet wurden. Für RB Leipzig ein Auswärtsrekord im Augsburger Schwabenstadion, der durch kostenlose Busfahrten für Dauerkartenbesitzer und Vielfahrer begünstigt wurde. Akustisch betrachtet sprechen die Anhänger des Leipziger Red-Bull-Ablegers von einem »bestens aufgelegten Gästeblock«, in dem während des Spiels eine Glitzerchoreo präsentiert wurde. »Ihr macht Auge auf den Cup? Doch heute macht nur einer Schnapp« hieß es auf roten Bannern ober- und unterhalb von silbernen und roten Metallic-Folien. Dazu wurde ein passend zur Geschichte in der Augsburger Puppenkiste ein Krokodil auf dem Banner abgebildet, dass nach dem begehrten Pokal griff.



Die Augsburger Puppenkiste war auch auf der Heimseite zentrales Thema einer großen Choreografie, die sich über die gesamte Ulrich-Biesinger-Tribüne erstreckte. Auf dieser öffnete sich die bekannte Augsburger Puppenkiste in Form zweier großer Blockfahnen, damit zahlreiche rot-weiß-grüne Fahnen, Luftballons und letztlich auch das Kasperle mitsamt Pokal in Erscheinung treten konnte. Dazu war ein langes Banner mit der Aufschrift »Uuund zack – Brech’ ma den Bullen ‘s G’nack!« vor der Heimkurve befestigt, in der sich später noch auf die vorgestrigen Ereignisse beim DFB bezogen wurde. So wurde der Rücktritt des umstrittenen DFB-Präsidenten Reinhard Grindel von Seiten der »Legio Augusta« mit einem »Der Kapitän der korrupten Crew verlässt das sinkende Schiff – DFB, Zeit für einen Kurswechsel!« Spruchband quittiert und dazu eine große, bereits öfter präsentierte, kreisrunde Blockfahne präsentiert, auf der das Logo des Deutschen Fußball Bundes durchgestrichen ist.

Später war im Gästeblock noch eine kleine Aktion zu erkennen, die auf einen Pokalsieg »mit allen Mitteln« abzielte. Dazu wurde hinter den Zaunfahnen der ultràorientierten RB-Fangruppen eine vermummte Pappfigur mit Gegenstand in der Hand aufgestellt und rings herum wurden übergroße Feuerzeuge auf Pappe gezeigt. Die »Rasenballisten« ließen Tage vor dem Spiel verlauten, dass man »heisz« auf das Spiel sei und »mit allen Mitteln zum Pokalsieg« wolle. Wirklich heiß liefen die roten Bullen erst mit dem Siegtreffer in der allerletzten Spielminute der Verlängerung. Im Anschluss an das 2:1 durch Halstenberg per Elfmeter in der 121. Minute kochten die Emotionen zwischen Verantwortlichen und Spielern beider Mannschaften über, woraufhin es zu Rudelbildungen auf dem Rasen kam. Unterm Strich echauffierte sich insbesondere FCA-Geschäftsführer Stefan Reuter über das Verhalten von RB-Geschäftsführer Mintzlaff, was aufgrund des spannenden Spielverlaufs durchaus als frustbedingt abgestempelt werden darf. Dessen Verhalten sei unmittelbar nach Abpfiff der Partie eine bodenlose Frechheit gewesen, das extrem arrogant und unverschämt gewesen sei, so Reuter.

Fotos: jonasbaier.de | Kurvennews am 04.04.2019


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