Braun-Weiße Hilfe, Fanladen & FC St. Pauli äußern sich zu Polizeikontrollen in Bielefeld

Am Sonntag reisten über 300 Fans und Ultras des FC St. Pauli per Regionalzug nach Bielefeld, wo der Kiezklub am Mittag beim DSC Arminia antreten sollte. Eben jener Zugfahrerhaufen erreichte das Stadion Alm jedoch nicht, da es auf der Hinreise zu Vorfällen mit der Polizei gekommen war und diese bei Ankunft am Bielefelder Hauptbahnhof große Kontrollen durchführte (Beitrag dazu hier).

Nun äußert sich die »Braun-Weiße Hilfe« zu den Vorkommnissen. Wie die Fanhilfe des FC St. Pauli beschreibt, soll es beim Zustieg von Bundespolizisten in Osnabrück »zu einem wahrlosen und großflächigen Pfeffersprayeinsatz im geschlossen Zugwaggon«. Grund hierfür soll eine »vermeintliche Ordnungswidrigkeit« gewesen sein. Daraufhin wollten die zugfahrenden Sankt-Pauli-Fans den Zug im niedersächsischen Melle verlassen »um Luft zu holen und aus dem Pfeffernebel herauszukommen«, was die Beamten mit einem »Pfefferspray– und Schlagstockeinsatz zu unterbinden« versuchten, so die Braun-Weiße Hilfe.

Des Weiteren dokumentiert die Fanhilfe, dass es zu mejreren Schlagstockschlägen auf Kopfhöhe kam und die rund 300 FCSP-Fans bei Ankunft am Bielefelder Hauptbahnhof einer sechs Stunden dauernden Personenkontrolle unterzogen wurde. Hierbei wurde den Fans über die gesamte Dauer der Gang zur Toilette verwehrt und erst nach fünf Stunden soll es möglich gewesen sich mit Speisen und Getränken zu versorgen. Darüber hinaus wurden Minderjährige ohne Einbeziehung der Erziehungsberechtigten rechtswidrig festgehalten und Personalien unter Zwang festgestellt.

Zeitgleich dazu soll es zur Sperre des Stehblocks im Gästebereich der Bielefelder Alm gekommen sein, den Fans nach Anpfiff bis kurz vor den Abpfiff nicht mehr betreten durften, was die Fanhilfe eindeutig als Freiheitsberaubung wertet. Zugleich hinterfragt die »Braun-Weiße Hilfe« welches »Zeichen« denn von der Polizei NRW gesetzt werden sollte, die das noch laut Presseangaben so kurz nach den Kontrollen zu Protokoll gab, wozu es in der Stellungnahme der Fanhilfe heißt: »Das Aushebeln von grundlegenden Menschen- und Bürgerrechten?Die Freiheitsberaubung von Fans am Bielefelder Bahnhof und im Stadion?Körperliche Angriffe gegen Fans und andere Reisende? Sowie der wiederholte Pfefferspray-Einsatz aus kürzester Distanz in geschlossenen Räumen?Oder die massenhafte Erhebung von personenbezogenen Daten? Dies sind Zeichen, die nur ein Polizeistaat setzen kann

Die gesamte Stellungnahme der Braun-Weißen Hilfe gibt es hier zu lesen.

Auch der Fanladen St. Pauli meldete sich zu den Vorfällen zu Wort und kritisiert in einer gemeinsamen Stellungnahme mit dem FC St. Pauli den Einsatz von Pfefferspray in einem geschlossenen Zugwaggon und das spätere stundenlange Einkesseln der Fans am Bielefelder Hauptbahnhof. »Zudem fragen sich die Verantwortlichen, inwieweit die Maßnahmen […] folgenlos bleiben können«, da sich unter den festgesetzten Fans auch Minderjährige befanden und den Anhängern nur gegen Vorlage des Ausweises Getränke und Speisen gestattet wurde. Als Konsequenz möchte der FC St. Pauli rechtliche Schritte gegen die verantwortliche Polizeiführung prüfen lassen.

Die gesamte Stellungnahme des Fanladens und des FC St. Pauli gibt es hier zu lesen.

Foto: T. Leipholz | Video: Fanszene FC St. Pauli | Kurvennews am 06.11.2018

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