»Blocksturm wegen Pyro? Dann kommt, ihr Hunde!«

Wir berichteten ausführlich über die Vorfälle am vergangenen Samstag, bei denen die Polizei unverhältnismäßig gegen Fans von Hertha BSC vorging, die mit einer Pyroshow das 15 jährige Jubiläum der »Hauptstadtmafia 03« feierten. Nachdem die Hertha-Ultras die erste Pyroshow hinter einem großen Geburtstags-Banner der Gruppe durchführten, versuchte die Polizei eben jenes Banner, das zum Zeitpunkt des weiteren Zündens vor der Brüstung lag, zu beschlagnahmen, um laut eigener Aussage so weitere Straftaten zu verhindern.

Bei den Ultras des Hertha Berliner Sport-Clubs stieß diese Maßnahme auf starken Widerstand, da man sich das eigene, generell sehr bedeutende Banner nicht von der Polizei abziehen lassen wollte. Daraufhin kam es zu großen Auseinandersetzungen, bei denen die Polizei massiv Pfefferspray versprühte und einzelne Hertha-Fans mit Fahnenstangen auf die Einsatzkräfte einschlugen. Auch wurde eine brennende Fackel auf die Beamten geworfen, die sich daraufhin aus dem Gästeblock zurückzogen, sich unterhalb der Tribüne jedoch weitere Auseinandersetzungen mit den Blau-Weißen lieferten. Aufgrund des Einsatzes standen am Ende 45 Verletzungen zu Buche, die größtenteils auf das Versprühen von Pfefferspray und nicht wie so manch einer zunächst vermuten würde, auf das Zünden der Pyrotechnik zurückgingen. Der Beitrag zu den Auseinandersetzungen zwischen Hertha-Ultras und der Polizei mit mehreren Videos hier.

Am gestrigen Mittwochabend kam es im Rahmen der 2. DFB-Pokal-Runde zum Aufeinandertreffen zwischen Borussia Dortmund und dem 1.FC Union Berlin. Die Ultras von Borussia Dortmund nutzten das Heimspiel im Westfalenstadion, in dem es vor wenigen Tagen noch zu den medial sehr polarisierenden Vorfällen kam, für klare Worte in Richtung der Dortmunder Polizei. So spielten die »Desperados Dortmund« mit einem »Blocksturm wegen Pyro?«-Transparent auf den überzogenen Einsatz an und zündete daraufhin unterhalb eines »Dann kommt, ihr Hunde!«-Banner eine Bengalische Fackel. Zu einem Polizeieinsatz auf der Südtribüne kam es deshalb erwartungsgemäß nicht – wenngleich auch nicht viele davon ausgegangen sein dürften, dass die Polizei am vergangenen Samstag in diesem Maß einzuschreiten versuchte.

Auch das »Wuhlesyndikat« von Union Berlin machte deutlich wer die Feinde der Ultrà-Bewegung seien und hielten im Gästeblock ein »Feinde unserer Bewegung raus aus den Kurven! ACAB!«-Spruchband in die Höhe. Das »Feinde« war dabei in grün in Anlehnung zur Polizei unterlegt. Unabhängig von der Solidaritätsbekundung auf der Heim- und Gästeseite sahen die 72.732 Zuschauer im nicht ausverkauften Westfalenstadion ein überraschend starkes Spiel der Gäste aus Köpenick. Zwar ging der BVB zu Beginn und später zweimal in Führung – die Eisernen, die von mehreren tausend einheitlich in Rot gekleideten Fans in den Westen begleitet wurden, kämpften jedoch aufopferungsvoll und glichen zweimal aus. Somit ging es in die Verlängerung, in der Marco Reus in der allerletzten Spielminute einen Elfmeter zum glücklicken 3:2 verwandeln konnte.

Fotos: Steph23ri | Kurvennews am 01.11.2018

1 Kommentar

  1. Polizei abziehen aus den Stadien, seperate Blöcke für Familien und “normale’ Fussballfans. Und wenn Ultras sich dann im Stadion ihr verbliebenen Hirn aus dem Schädel prügeln wollen, so soll es denn sein. Wozu Steuergelder verschwenden und Polizisten, die auch nur ihren Job machen und am Wochenende sicherlich besseres vorhaben könnten, beleidigen lassen

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