Baugenehmigung erteilt – Freiburg baut neues Stadion

Seit dem Jahre 1954 ist der Sportclub Freiburg im Dreisamstadion beheimatet, in dem der SCF nicht nur mehrfache Aufstiegserfolge feiern, sondern auch das ein oder andere Europapokal-Spiel austragen konnte. Dass das idyllisch an der Dreisam gelegene Stadion seit Jahren nicht mehr den Anforderungen von Liga und Verband entspricht und deshalb nur noch mit Sondergenehmigung darin gespielt werden darf, ging dabei oft unter.

Aus diesem Grund visierte der Verein allerdings schon früh einen Neubau bzw. Umbau an, der 2012 jedoch als unwirtschaftlich bewertet wurde. Um den Profifußball in der Universitätsstadt zu erhalten, sollte bzw. musste deshalb der Neubau eines neuen Stadions geprüft werden, für das man im Stadtteil Wolfswinkel einen aus Sicht der Planer offenbar geeigneten Standort finden konnte. Aufgrund der hohen Kosten für einen Neubau, die vor zwei Jahren noch auf insgesamt rund 117 Millionen Euro geschätzt wurden, wurden die Bürger Freiburgs ins Boot geholt, die bei einem Bürgerentscheid mit 58,2 Prozent für eine finanzielle Unterstützung der Stadt bei dem Arena-Neubau votierten, sobald eine Deckelung von 70 Mio. Euro nicht überschritten werden. Damit konnten die Planungen konkretisiert werden, in die sich auch die Fanszene des SCF mit der »Initiative Stadion in Freiburg« einschaltete.

Diese äußerte sich zum geplanten Neubau mit den Worten: »Wir sehen den Stadionneubau als große Chance für den SC Freiburg, ein Stadion zu bekommen, das den Ansprüchen von Fans und Verein in allen Belangen gerecht wird und langfristig funktioniert. Deshalb haben wir die aus unserer Sicht notwendigen Anforderungen an ein neues Stadion in Freiburg zusammengetragen. Der Anspruch an den Neubau muss sein, ein Stadion zu bauen in dem eine besondere Atmosphäre entstehen kann und allein auch den Besuch einer durchschnittlichen Zweitligapartie attraktiv macht. Sport-Club Freiburg Fans sind einen charmanten und familiären Stadionbesuch gewohnt und werden sich nicht mit einer Arena, wie es dutzende in Deutschland gibt, anfreunden.« Damit verbundenen waren gewisse Anforderungen an eine neue Arena, die unter anderem mit einer bodenständigen und keiner einem Einkaufscenter ähnelnder Fassade versehen werden soll. Des Weiteren soll ein großer Vorplatz vor dem neuen Stadion errichtet werden, der es zulasse, dass Stadionbesucher mit Karten unterschiedlichster Tribünen vor und nach dem Spiel gemeinsam verweilen können. Hierbei stellte die »Initiative Stadion in Freiburg« auch Anforderungen an einen Gästeblock, der nicht einer Zelle gleichen soll, zu dem die Gästefans durch einen zunächst anvisierten Tunnel gepfercht werden müssen.

Als bauliche Basis für den Innenraum sehen die aktiven Fans eine Unterteilung in Stehplätze in einem Unterrang und darüberliegende Sitzplätze als gelungen an. Außerdem soll insbesondere in der Fankurve auf Mundlöcher verzichtet werden, um so einen Fanblock im Gesamten und eine daraus resultierende gute Stimmung zu gewährleisten. Außerdem stellen die Fans des SC Freiburg Anforderungen wie nur hüfthohe Zäune zum Spielfeld, die als Abgrenzung bestens fungieren können jedoch nicht die Sicht der Zuschauer einschränken. Des Weiteren sind den in der Initiative zusammengeschlossenen Anhängern diverse kleineren Belange wie farblich angepasste Werbeanzeigen, in dem Dach integrierte Anzeigetafeln, ein Verzicht auf Videokameras im Außenbereich sowie viele weitere Anforderungen an das neue Freiburger Stadion wichtig. Für dieses können nach der erteilten Baugenehmigung durch das Regierungspräsidium nun die größeren Bauarbeiten neben dem Flugplatz am Wolfswinkel die Bauarbeiten beginnen, nachdem letzte offene Fragen geklärt werden konnten. Abgeschlossen sein sollen die Bauarbeiten im Sommer 2020. Dann soll dem bodenständigen Sportclub Freiburg eine 34.700 Zuschauer fassende Arena zur Verfügung stehen, auf die sich nicht nur die überwiegende Mehrheit aller SCF-Fans, sondern wohl auch alle zukünftigen Gästefans freuen dürften.

Foto: nordtribuene.org | Kurvennews am 19.11.2018

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