»Auf geht’s, vorwärts TSV!« Luftballon-Choreografie

Heimspiel für Heimspiel wird deutlich, dass es der TSV 1860 München verdient hätte vor weitaus mehr Zuschauern im heimischen Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße zu spielen. Dass dieses trotz weiterer vorhandender Plätze aktuell nur für 15.000 Stadionbesucher zugelassen ist, liegt in erster Linie an der Lokalpolitik und der Stadt München, die Probleme mit Lärmbelästigung und Anwohnern im Stadtviertel Giesing sieht.

In dieses kamen am heutigen Samstagmittag trotz regnerischem Wetter abermals 15.000 Fußballfans, von denen 1.500 aus Osnabrück angereist waren. Zum Einlaufen beider Drittliga-Mannschaften präsentierte die Fanszene von Sechzig München eine Luftballon-Choreografie mit einem dazu zugehörigen »Auf geht’s, vorwärts TSV!« Banner. Davon ließen sich die Löwen offenbar anspornen, einen mutigen Start gegen den aktuellen Tabellenführer der 3. Liga hinzulegen. Dass es in der 7. Minute jedoch der VfL Osnabrück war, der mit 1:0 in Führung ging, war nicht unverdient und auch die Fans der Lila-Weißen sollen mit einem ordentlichen Auftritt in der Gästekurve des Grünwalder Stadion maßgeblich zu einem immer besseren Spiel ihrer Mannschaft beigetragen haben.

Nach der Halbzeitpause entrollten die »Münchner Löwen« ein Spruchband mit der Aufschrift »Es hat gerade erst begonnen!«, welches an den Deutschen-Fußball-Bund gerichtet war. So entschlossen sich die Fanszenen Deutschlands nach zuletzt einigen Anfangserfolgen und öffentlichkeitswirksamen Protesten im vergangenen Jahr an diesen weiter anzuknüpfen und kündigten deshalb an weitere Proteste gegen den DFB folgen zu lassen. Unter anderem zeigt sich das Bündnis aus zahlreichen deutschen Fanszenen unzufrieden mit dem aktuellen Umgang mit Stadionverboten, der Sportgerichtsbarkeit und der Transparenz des Verbandes. Außerdem werden fanfreundliche Anstoßzeiten und die Abschaffung von Montagsspielen gefördert. Ebenso die viel zu frühen Anstoßzeiten am Wochenende und bei Pokalspielen sowie Englischen Wochen. Darüber hinaus wird ein klarer Erhalt der 50+1-Regel und einheitliche Regularien für Fanmaterialien gefordert, die in den unzähligen Stadien vor Ort immer wieder für großes Konfliktpotenzial sorgen.

Außerdem wurde in der Westkurve ein Spruchband mit der Aufschrift »Nicht nur bei TeBe: Größenwahn zerstört Vereine!!!« gezeigt, was sich auf die momentane Entwicklung beim Oberligisten Tennis Borussia Berlin bezog. Bei dem Berliner Traditionsverein ist seit wenigen Jahren ein Fitness-Unternehmer aktiv, der sich zum Ziel gesetzt hat mit dem einstigen Bundesligisten in die Regionalliga aufzusteigen. Das bei diesem Vorhaben die seit Jahren angestammten Anhänger und die aktive Fanszene von TeBe offenbar keine allzu große Rolle spielen, zeigt der Umgang des Präsidiums mit den eigenen Fans und eine kürzliche Posse um eine Mitgliederversammlung.

Auf dem Rasen des ausverkauften Grünwalder Stadions setzte sich am Ende der VfL Osnabrück mit 2:1 durch und bleibt somit Tabellenführer der 3. Liga. Der TSV 1860 konnte zwischenzeitlich war ausgleichen, hatte jedoch mit einer roten Karte in der zweiten Halbzeit zu kämpfen, wodurch ein kampfbetonter Einsatz letztlich nicht zum Punkteerhalt an der heimischen Grünwalder Straße ausreichte.

Fotos: Pavel Ambroz, Michi Weinberg | Kurvennews am 02.02.2019

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