Angriff von Kölner Fans auf Gladbacher Ultras am Borussia-Park

Am gestrigen Donnerstagnachmittag bekamen Gladbacher Ultras unerwarteten Besuch von mutmaßlich motivierten Fans des 1.FC Köln, die es offenbar auf Material der Gladbacher Szene abgesehen haben. Dieses soll zum gestrigen Zeitpunkt gerade für das morgige Auswärtsspiel der Fohlen in Nürnberg gepackt worden sein, weshalb von einem gezielten Angriff von Kölner Seite ausgegangen werden kann.

Erfolgt ist dieser gegen 15:30 Uhr am Borussia-Park von rund 15 in teils rot-weißen Hauben vermummtem Personen, die während des Angriffs ein mutmaßliches Mitglied der aktiven Szene von Borussia Mönchengladbach niederstrecken und diesen, wie in einem Video zu sehen ist, mit Tritten eindeckten. Material, auf das es die Angreifer aus Köln abgesehen haben dürften, soll bei dem Angriff keines erbeutet worden sein – was man anhand des Videos durchaus bezweifeln darf – und auch der zunächst niedergestreckte Gladbacher erholte sich offenbar schnell von den Tritten.  Die Polizei  konnte bislang keine der Beteiligten ausfindig machen und auch den kurzzeitig unter die Räder gekommenen Gladbacher nicht identifizieren, der überdies auch keine Anzeige erstattete.

Geflüchtet sind die Angreifer in einem weißen Transporter, aus dem heraus zunächst einer der Akteure im hektischen Anfahren stürzte, es unmittelbar darauf jedoch wieder in den Sprinter schaffte. Gladbacher Ultras sollen die sofortige Verfolgung aufgenommen haben und das Fahrzeug eingeholt haben. Die Polizei reagierte indes mit einem Hubschraubereinsatz und suchte aus der Luft nach den Flüchtigen, was jedoch erfolglos geblieben sein soll.

Der neuerliche Angriff gilt als weiteres Aufrufezeichen in einer generell äußerst brisanten und aktuell stark gelebten Rivalität zwischen den aktiven Fanszenen aus Köln und Mönchengladbach. Große Schläge verpasste man sich in den letzten fünfzehn Jahren zuhauf, und vor allem im letzten Jahr kam es zu gleich mehreren Vorkommnissen. Zunächst verlor die Wilde Horde vor vielen Jahren ein Sektionsbanner an die »Ultras Mönchengladbach«, die sich ihrerseits 2008 auflösten, nachdem es drei Kölner Fans gelungen war sich Zutritt zu den Räumlichkeiten zur Aufbewahrung der Zaunfahnen zu verschaffen und hierbei mehrere Gladbacher-Materialien einzustecken.

Im Januar 2018 kam es zum Coup durch zwei Kölner, die sich beim Derby im Müngersdorfer Stadion als Ordner verkleidet hatten und in der Halbzeitpause das Banner des »Scenario Fanatico« zogen (Beitrag dazu hier). Gerächt wurde die Aktion mit einem ebenso gelungenen Diebstahl der »Boyz Köln« Zaunfahne in Sinsheim. Dort gastierte der 1.FC Köln bei der TSG Hoffenheim, was eine kleine Gruppe Gladbacher nutzte, um bei einer Pyroshow zum Anpfiff die Brüstung am Gästeblock zu übersteigen, die Auswärtsfahne der »Boyz« abzureißen und einen Teil davon mitzunehmen (Beitrag mit Video dazu hier).

Allgemein hat die Rivalität zwischen der Gladbacher und Kölner Szene in den letzten Monaten – spätestens seit den Fahnenverlusten im vergangenen Jahr – enorm an Fahrt aufgenommen, was von beiden Seiten durchdacht, zugleich aber auch erbittert und bestmöglichst fernab der breiten Öffentlichkeit ausgelebt wird. Der gestrige Vorfall stellte hierbei eine kleine Ausnahme dar und polarisierte vor allem deshalb, da ein Video den Angriff dokumentiert und dieses schnell viral gegangen ist. Inwiefern dieser Vorfall ein Vorbote auf die kommende Saison sein wird, zeigt sich spätestens in den kommenden Wochen und Monaten bzw. allerspätestens zum großen Derby zwischen dem 1.FC Köln und Borussia Mönchengladbach in der kommenden Bundesliga-Saison.

Beispielfoto: grenzenlosgroundhopping.com | Kurvennews am 10.05.2019

5 Kommentare

  1. gute Nummer, wie lächerlich…
    mit 15 mann auf einen raufzugehen ist ja wohl von Feigheit nicht zu überbieten. und dann steht der auch noch direkt wieder auf, einfach nur peinlich von den kölnern. derjenige, der wieder in den Transporter gekommen ist, kann auch froh darüber sein, sonst hätten die gladbacher den sicher fast todgeprügelt.

    • Ich sehe es eher so, gut das er wieder aufgestanden ist, glaube auch nicht das es beabsichtigt war ihn auszuknocken es ging um Material und zum Glück ist das Deutschland, in Osteuropa oder im Süden wäre sowas trauriger geendet und das will doch keiner du Inetriot…

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